Linde blickt auf Rekordjahr zurück

16. März 2009, 12:49
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Angesichts der Krise blickt der deutsche Gasekonzern Linde nach einem erfolgreichen Jahr 2008 skeptischer in die Zukunft

München - "Aus heutiger Sicht ist es immer noch möglich, dass der Konzernumsatz und das Konzernergebnis leicht über oder auf dem Niveau von 2008 liegen", sagte Linde-Vorstandschef Wolfgang Reitzle am Montag in München. "Wir müssen aber auch einen Rückgang einkalkulieren."

Das mittelfristige Konzernziel, ein operatives Konzernergebnis von mindestens 3 Mrd. Euro im Jahr 2010, könne Linde angesichts der Konjunkturkrise erst später erreichen, erklärte Reitzle. Der Konzern drückt energisch auf die Kostenbremse und will in den kommenden vier Jahren insgesamt 650 bis 800 Mio. Euro einsparen. Für das gesamte Unternehmen gelte bis auf weiteres ein Einstellungsstopp, sagte der Vorstandschef. Reisekosten und Ausgaben für externe Berater würden zurückgefahren.

Im vergangenen Jahr hat Linde Umsatz und operativen Gewinn erneut gesteigert. Das operative Ergebnis legte um 5,4 Prozent auf 2,555 Mrd. Euro zu, der Umsatz stieg um drei Prozent auf 12,66 Mrd. Euro. Der Konzernüberschuss lag bei 776 Mio. Euro.

Reitzle betonte, nach dem Konzernumbau sei man optimistisch, Linde auf Kurs halten zu können. Der Konzern sei dank seiner globalen Aufstellung und der Konzentration auf das weltweite Gase- und Anlagenbaugeschäft weniger abhängig von Konjunkturzyklen.

Produktivität erhöhen

Trotz der zu erwartenden Nachfrageschwäche will Linde sich im Gasegeschäft weiter besser entwickeln als der Markt und die Produktivität erhöhen. Die Planungen für 2009 reichten von einem leichten Umsatz- und Ergebnisanstieg bis hin zu einem Umsatz- und Ergebnisrückgang, erklärte Reitzle. Linde konkurriert seit der Milliardenübernahme der britischen BOC 2006 mit der französischen Air Liquide um die Spitzenposition im Weltmarkt für Industriegase. Druck- und Flüssiggase von Linde werden etwa in der Stahl- und Lebensmittelproduktion sowie in der Elektronik- und Chemiebranche eingesetzt.

In der kleineren Anlagenbausparte sei gegenwärtig zwar der Auftragsbestand hoch. Aber im Großanlagenbau muss laut Linde mit Verschiebungen bei der Auftragsvergabe gerechnet werden. Im ungünstigen Fall hieße dies, dass neue Auftragseingänge nicht ausreichen, um 2009 das Umsatzniveau des Vorjahres zu schaffen. An der operativen Zielmarge von acht Prozent (2008: 8,9 Prozent) werde aber festgehalten. (APA)

 

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