Osten belastet Bank Austria

16. März 2009, 19:23
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Für die Bank Austria ist das Geschäftsjahr 2008 trotz Krise und Belastungen im Osten recht gut gelaufen

Wien - Am Dienstag könnte in Mailand der Sack zugeschnürt werden. Seit Wochen wurde in der UniCredit-Gruppe die Frage der Aufnahme von Staatskapital intensiv diskutiert, nun soll das Board entscheiden - und im Idealfall am Mittwoch bekanntgeben, wie viel Geld UniCredit in Italien und/oder ihre Tochter Bank Austria in Österreich aufnehmen wird.

Dem Vernehmen ist angedacht, dass sich die Bank Austria zwischen 2,5 und drei Milliarden Euro an Partizipationskapital in Österreich holt; ein Drittel soll privat platziert werden. Der Zinssatz läge diesfalls bei acht Prozent. Eine Dividendenbeschränkung (die bei einer derartigen Privatplatzierung gemäß Bankenpaket eigentlich nicht vorgesehen ist) wurde zuletzt trotzdem diskutiert.

Angeblich könnten die Italiener darin einen Teil ihres Beitrags für die Tochter in Wien sehen, den sie ja leisten müssen, wenn die Wiener Tochter in den Staatstopf langt. So hat die BayernLB ihrer (eigenkapitalmäßig damals freilich sehr schlecht ausgestatteten) Tochter Hypo Group Alpe Adria 700 Mio. Euro zugeschossen, bevor die Hypo 900 Mio. vom Staat bekam.

Eine Milliarde Ost-Abschreibung

Die Kernfrage spielt allerdings in Italien. UniCredit-Chef Alessandro Profumo will möglichst wenig Geld vom italienischen Staat pumpen, um den staatlichen Einfluss so gering wie möglich zu halten. Staatschef Silvio Berlusconi will genau das Gegenteil, Profumo zählt nicht zu seinen Freunden. Zuletzt war die Rede von einer Milliarde Euro, die sich die Mailänder daheim abholen könnten; "wenn die Bedingungen aus ihrer Sicht schlecht sind, verzichten sie lieber auf alles", so das Ondit in der Bank.

Läuft alles nach Plan, könnte das Paket, vorbehaltlich der Genehmigung durch die Hauptversammlungen, bei der zeitgleichen Veröffentlichung der beiden Bilanzen am Mittwoch präsentiert werden. Für die Bank Austria ist das Geschäftsjahr 2008 übrigens recht gut gelaufen, trotz Krise. Die Bank hat dem Vernehmen nach zwar eine Milliarde Euro an Abschreibungen für ihre Ost-Töchter vorgenommen, das Konzernergebnis vor Steuern soll aber trotzdem bei rund 1,5 Milliarden Euro liegen. (Renate Graber, DER STANDARD, Printausgabe, 17.3.2009)

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