Wiener Gemeindebauten heizen für Grüne "in den Himmel"

16. März 2009, 11:49
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100 Gebäude mit Wärmebildkamera untersucht - Mauerschäden und kaputte Fenster - "Sanierungsmilliarde" gefordert

Wien - "Wien heizt in den Himmel" - So lautet die Diagnose der Grünen. Die Rathaus-Partei war in den vergangenen Woche mit einer Wärmebildkamera unterwegs, um die am schlechtesten gedämmten Bauten der Bundeshauptstadt zu erheben. Ergebnis: Besonders dramatisch sei die Situation bei den Gemeindebauten, sagte Umweltsprecher Rüdiger Maresch in einer Pressekonferenz am Montag.

Die häufigsten Schäden, die zu einer schlechten energetischen Bilanz führen, sind demnach Mauerschäden und keine oder eine nur mangelhafte thermische Isolierung des Mauerwerks. Außerdem führen alte, kaputte und undichte Fenster zu hohem Wärmeverlust. Von solcherlei Mängeln seien aber auch Schulen, Kindergärten, Amtshäuser und andere Wohnanlagen betroffen, hieß es.

Seit Jänner haben die Grünen rund 100 Gebäude mittels Kamera unter die Lupe genommen. Bei der Auswahl der Objekte habe man sich auch nach Hinweisen und Beschwerden von Bürgern orientiert. Dabei hätten sich viele Mieter von Gemeindewohnungen verärgert darüber gezeigt, dass Sanierungen ihres Baus - etwa der Per-Albin-Hansson-Siedlung in Favoriten - vielfach versprochen, aber nie durchgeführt worden seien.

Deshalb fordern die Grünen nun eine "Sanierungsmilliarde" für die Bundeshauptstadt. Die SPÖ-Regierung müsse für die Anhebung der Sanierungsrate von derzeit einem auf mindestens drei Prozent ab 2010 sorgen. Dafür seien Maßnahmen auf Bundes- und Landesebene nötig. Die 17 Mio. Euro zusätzlicher Förderung, die die Stadt im Rahmen ihres Konjunkturpakets zur Verfügung stelle, seien "geradezu lächerlich", klagte Maresch. Damit könnten nur 370 Wohneinheiten zu 80 Quadratmeter renoviert werden. Um die geforderte Drei-Prozent-Rate zu erreichen, müssten jährlich jedoch rund 37.000 Wohnungen zusätzlich thermisch saniert werden. (APA)

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