Wachteleier & Gänseleber

23. März 2009, 15:42
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Denkmal für Julius Meinl: Joachim Gradwohls Kochbuch

Nix mit Gerichten à la "schnell, einfach, billig" : "Das große Julius Meinl Kochbuch" wirbt nicht um eine Klientel, die sich mit Alltagsküche abspeisen lässt. Da wäre es ja um die Zutaten schade: Wachteleier, Gänseleber und weiße Trüffel wirft man eben nicht so schnell in einen Topf.

Buchautor und Drei-Hauben-Koch Joachim Gradwohl hat dem Gourmettempel am Wiener Graben ein kulinarisches Denkmal aus 100 Rezepten für FeinschmeckerInnen geschaffen, die mit Räucheraal, Taube und Beef Tartar umzugehen wissen - ein laut Klappentext "ambitioniertes Plädoyer für bewusstes Genießen."

Kein Kochbuch fürs Volk

Die Menüvielfalt reicht von der Krustentier-Samtsuppe bis hin zum Veilchensoufflée - was ÄnfängerInnen am Herd durchaus abschrecken mag. Die Umsetzung dieser Gaumenfreuden ist eher geübteren HobbyköchInnen vorbehalten. Fazit: kein Kochbuch fürs Volk, sondern für professionelle GenießerInnen. Die werden mit den wunderschön bebilderten Werk große Freude haben.

Gradwohl kocht seit 2003 beim "Meinl am Graben". Seine Karriere führte ihn davor von Witzigmanns "Aubergine" in München und dem "Palme d'Or" in Cannes zu den "Drei Husaren", ins "Maestro" im Wiener Konzerthaus und schließlich ins Herz der Wiener Innenstadt. Gradwohl punktet mit seinen international inspirierten Kochstil - der "Koch des Jahres 2007" kann außerdem auf fünf  Sterne im "À la carte 2005" und drei Hauben von Gault Millau verweisen.

Die Marke Julius Meinl existiert seit 1862 - noch heute ist "der Meinl am Graben" eine der ersten Adressen Österreichs für Gourmets. Das letzte Meinl-Kochbuch ist übrigens vor ungefähr 80 Jahren erschienen: Damals standen korrekte Vorratshaltung und kluge Resteverwertung im Vordergrund. (red)

Joachim Gradwohl, Udo Kaubek:
Das große Julius Meinl Kochbuch
Christian Brandstätter Verlag
ISBN 978-3-85033-269-9
224 Seiten, 29,90 Euro

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    foto: brandstätter verlag
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