Ermittlungen gegen drei Ex-Militärpiloten

16. März 2009, 10:47
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Wegen Beschuss der kroatischen Stadt Dubrovnik am 6. Dezember 1991

Podgorica - In Montenegro sind Ermittlungen gegen drei ehemalige jugoslawische Militärpiloten eingeleitet worden; ihnen werden Kriegsverbrechen in der kroatischen Adria-Küstenstadt Dubrovnik im Herbst 1991 vorgeworfen. Die drei Piloten - Zoran Slavuljica, Asim Pandzic und Midorag Atanackovic - sollen am Dienstag in Podgorica angehört werden, meldete der TV-Sender Vijesti am Sonntagabend. Die Anhörung soll auf Basis eines Kooperationsabkommens zwischen der kroatischen und montenegrinischen Staatsanwaltschaft aus dem Jahr 2007 erfolgen.

Der ehemalige Militärpilot Slavuljica bestätigte gegenüber dem TV-Sender, dass er am Dienstag im Obersten Gericht in Podgorica angehört werden solle. Dies sei der erwartete Epilog der Ermittlungen, die gegen ihn in Kroatien geführt worden seien, meinte er. Slavuljica, der gegenwärtig Trainer der Tennismannschaft Montenegros ist, sagte für den TV-Sender, dass er bei seinen Auslandsreisen bisher wiederholt schon Probleme wegen der in Kroatien laufenden Ermittlungen gehabt habe.

Haftstrafen für Dubrovnik-Beschuss

Wegen des Beschusses von Dubrovnik im Dezember 1991 sind vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag der frühere jugoslawische General Pavle Strugar und der ehemalige Vizeadmiral Miodrag Jokic zu siebeneinhalb bzw. zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Strugar wurde Ende Februar aus dem Tribunalsgefängnis Scheveningen freigelassen. Das Tribunal beschloss die Freilassung, nachdem Strugar zwei Drittel der ausgesprochenen Haftstrafe abgebüßt hatte.

Beim Beschuss von Dubrovnik waren am 6. Dezember 1991 zwei Zivilisten ums Leben gekommen, mindestens drei weitere wurden verletzt. In der seit 1970 von der UNESCO geschützten Altstadt von Dubrovnik wurden damals auch 116 Gebäude beschädigt, sechs davon wurden vollkommen vernichtet. (APA)

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