Verheugen will freiwillige Obergrenzen

16. März 2009, 08:33
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EU-Kommissar fordert Verhaltenskodex und Verzicht auf Aktienoptionen

Berlin - EU-Industriekommissar Günter Verheugen (SPD) hat in der Debatte über Managergehälter eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft vorgeschlagen. "Es ist aus meiner Sicht falsch, in die Gehaltspakete von Managern Aktienoptionen des eigenen Unternehmens aufzunehmen. Das lädt doch direkt dazu ein, durch kurzfristige Maßnahmen den Aktienkurs hoch zu treiben und schnelle Gewinne mitzunehmen", sagte Verheugen, der auch Vizepräsident der EU-Kommission ist, der Tageszeitung "Die Welt".

Manager sollten sich künftig freiwillig auf Obergrenzen für ihre Gehälter verständigen, meinte Verheugen. "Meine Präferenz wäre, dass sich die Wirtschaft auf einen Verhaltenskodex einigt, welche Höhe der Managergehälter angemessen ist. Nur wenn das nicht funktioniert, muss man wohl über eine gesetzliche Regelung nachdenken", sagte der Sozialdemokrat.

Nachhaltiges Handeln soll belohnt werden

Verheugen forderte, dass "künftig die Anreize bei der Managervergütung so gestaltet werden, dass nachhaltiges und gesellschaftlich verantwortliches Handeln belohnt wird". Die Gehälter von Managern dürften nicht an den kurzfristigen Unternehmenserfolg gekoppelt sein. "Das birgt erhebliche Gefahren in sich: Es ist eine Einladung für riskante Geschäfte, weil derjenige, der sie macht, daran verdient", sagte er. (APA/AP)

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