Frage nicht

15. März 2009, 18:33
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Wer im AUA-Vorstand die Finanzen über hat, ist nicht so wichtig

Das Modell AUA ist ausbaufähig. Die zwei Chefs der Airline verraten ja nicht, welcher von ihnen für die Finanzen des Hauses (430 Millionen Verlust) zuständig ist. "Das kommunizieren wir nicht", sagen sie. Müssen sie auch nicht, der Vorstand ist ohnedies ein Kollegialorgan. Jeder ist für alles verantwortlich, der alte Bawag-Vorstand weiß, was das bedeuten kann.

Das Modell, dass Aktionäre - und bei der teilstaatlichen AUA sind das wir alle - nicht erfahren, wer vorstandsintern für welches Ressort zuständig ist, klingt für ein börsennotiertes Unternehmen einigermaßen schrullig. Es könnte sich bei näherem Betrachten aber als Modell mit Zukunft erweisen. Sehr praktisch etwa für die gebeutelten Banken. Ihr Verantwortlicher fürs Ostgeschäft, fürs Risiko, fürs Controlling? Keine lästigen Fragen stellen, das kommunizieren wir nicht.

Genau genommen auch ideal für die Regierung, die doch ebenfalls nichts anderes tut als ein Unternehmen zu führen. Fragen zu den Make-up-Kosten im Unterrichtsressort? Staatsbudget? Zukunft der Justiz? Fragen Sie die "friendly twins" Faymann und Pröll. Sie tragen die Verantwortung. (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.3.2009)

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