Fast zwanzig Tote am Wochenende

15. März 2009, 16:46
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Vier NATO-Soldaten bei Bombenexplosion im Osten getötet - Erneut Angriff pakistanischer Taliban auf Truppennachschub

Kabul/Peshawar - Bei Anschlägen, Kämpfen und Razzien sind in Afghanistan am Wochenende erneut fast 20 Menschen getötet worden. Einer Bombenexplosion im Osten des Landes fielen am Sonntag vier NATO-Soldaten zum Opfer, wie die Allianz in Kabul mitteilte. Über die Nationalität der Soldaten sowie den genauen Ort der Explosion wurden zunächst keine Angaben gemacht. Bei den meisten NATO-Soldaten in Ostafghanistan handelt es sich um US-Amerikaner.

Fünf Menschen wurden bei einer Razzia afghanischer und US-amerikanischer Soldaten in einem Ort südlich von Kabul getötet. Dorfbewohner protestierten scharf und warfen den Truppen vor, Zivilpersonen getroffen zu haben. Die afghanischen Behörden bestätigten diese Angaben. Die US-Streitkräfte erklärten hingegen, es seien fünf bewaffnete Militante getötet worden. Der Einsatz am Samstag habe einem mutmaßlichen Schlupfwinkel von Extremisten gegolten. Die Verdächtigen hätten das Feuer auf die Koalitionstruppen eröffnet.

Anschlag auf Bürgermeister von Kandahar

Im Süden des Landes wurden bei einem Anschlag auf den Konvoi des Bürgermeisters von Kandahar am Sonntag eine Zivilperson getötet und zwei weitere verletzt. Der Bürgermeister überlebte laut Polizeiangaben.

In Kabul riss ein Selbstmordattentäter zwei afghanische Zivilisten mit in den Tod. 14 weitere Zivilpersonen wurden verletzt, wie das Innenministerium in Kabul mitteilte. Bei Kämpfen in der Provinz Kapisa, rund 60 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt, wurden am Samstag ein französischer sowie fünf afghanische Soldaten getötet.

Unterdessen verübten pakistanische Taliban nach Polizeiangaben erneut einen Anschlag auf den Nachschub für die internationalen Truppen im Nachbarland Afghanistan. Sie griffen den Angaben zufolge Sonntag früh in einem Vorort von Peshawar ein Depot an und steckten 20 Lastwagen und Container in Brand. Bei einer anschließenden Schießerei seien zwei Wachmänner verletzt worden, teilte die Polizei mit. Die Angreifer seien entkommen. Die Attacke auf das Depot war die erste dieser Art seit mehreren Monaten.

Drei Viertel des Nachschubs für die US-Truppen in Afghanistan werden über Pakistan abgewickelt. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums zählen dazu auch 40 Prozent des benötigten Treibstoffs. Von Peshawar aus wird der Nachschub über den strategisch wichtigen Khyber-Pass nach Afghanistan transportiert.

Im Dezember waren bei einer Reihe von Anschlägen rund 300 Lastwagen in Pakistan zerstört worden. Seitdem versuchen die USA verstärkt, Alternativrouten zu finden und Transit-Abkommen mit Ländern in Zentralasien zu schließen. Anfang März erlaubte Russland einem Güterzug mit Nachschub für die US-Truppen die Durchreise. Der Zug fuhr vom NATO-Mitglied Lettland durch Russland und Kasachstan nach Usbekistan, das an Afghanistan grenzt. (APA/AP/Reuters)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Brennender Truppennachschub in einem Lager in Peshawar

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