Das nächste Buch ist digital

Amazon feiert mit Kindle in den USA große Erfolge - Sony rüstet sich zusammen mit dem Buchhandel, um Europa zu erobern

Das seit langem angekündigte E-Book-Zeitalter soll nun auch in Österreich anbrechen. Die Aufbruchsstimmung wurde vom kürzlich präsentierten Sony-Reader ausgelöst, doch die Geschichte der Lesegeräte für elektronische Bücher hat bereits vor zehn Jahren begonnen.

Die Anfänge

1999 hat das deutsch-amerikanische Joint Venture-Unternehmen NuvoMedia das erste Lesegerät ausschließlich für E-Books veröffentlicht - das Rocket eBook. Das Gerät konnte sich weder in den USA noch in Europa durchsetzen. Einer der Gründe war sicher auch das unpraktische Format des ersten Readers: Mit 600 Gramm Gewicht und war er so groß wie ein gebundenes Buch und passte in keine Hosentasche. Auch der zweite Versuch mit den E-Book-Lesegeräten von Gemstar konnte den Markt für elektronische Bücher nicht in Schwung bringen. Parallel zu den Lesegeräten wurde an unterschiedlicher Software gearbeitet um E-Books auch auf PDAs und Smartphones zu bringen. Anfänglich gab es zum Beispiel für Palm PDAs den Palm Reader und den eBook-Reader für Microsoft- Smartphones. In der Zwischenzeit haben sich mehrere Anbieter im Open eBook Forum zusammengetan und das offen ePub-Format-Entwickelt. Dieses, unter Anbietern von elektronischen Büchern (etwa Libraka oder Thalia.at) mittlerweile weit verbreitete Format, beherrscht auch der neue Sony-Reader.

Sony startet durch

Trotz aller Bemühungen konnte sich das E-Book bisher am Markt als Massenphänomen nicht wirklich durchsetzen. In diesem Jahr könnte sich das ändern: Der Reader Kindle von Amazon und der Sony-Reader verzeichnen außerhalb des europäischen Marktes große Erfolge. Beide Geräte existieren bereits in der zweiten Generation, doch nur eines ist auch in Österreich verfügbar. Sony verkauft bei uns ab dem 3. April 2009 seinen Reader mit dem Namen PRS-505. Das Gerät soll mit einem sechs-Zoll-Display und einem internen 192 MB großen Speicher punkten. Das Gewicht beträgt 260 Gramm. Die Kapazität lässt sich mit einem MemoryStick Pro oder SD-Karten auf maximal 16 GB erweitern. Insgesamt lassen sich so bis zu 13.000 Bücher archivieren, verspricht Sony. Neben gängigen E-Book Formaten PDF, Microsoft Word2, TXT und RTF unterstützt der Reader auch Musikdateien (MP3- und DRM-freie AAC-Dateien) sowie die Bildformate JPG, GIF, PNG und BMP. In der österreichischen Version sind bereits zwei E-Books vorinstalliert: "Gut gegen Nordwind" von Daniel Glattauer und "Querschläger" von Silvia Roth sowie weitere Leseproben.

Potenzial vorhanden

Sony bietet bereits seit 2004 eine E-Book-Reader an, die erste Version wurde aber ausschließlich in Japan und in den USA verkauft. In den Jahren seit der Markteinführung hat Sony laut Unternehmensangaben lediglich 300 000 Geräte verkauft. In Europa scheint es aber ein großes Aufholpotenzial zu geben: 2,2 Millionen Deutsche haben die Absicht, sich in diesem Jahr ein digitales Buch zu kaufen. Das hat Branchenverband Bitkom wenige Tage vor Beginn der Leipziger Buchmesse mitgeteilt.

Starke Umsätze in den USA

Amazon hat sein Lesegerät Kindle etwas später als Sony, nämlich Ende 2007, in den USA auf den Markt gebracht. Obwohl es bereits mehrere Ankündigungen gab, ist der Amazon-Reader am europäischen Markt noch nicht verfügbar. In den USA erfreut sich das Gerät aber mittlerweile immer größere Beliebtheit. Das hat Amazon nicht zuletzt dem Umstand zu verdanken, dass sich Kindle per Mobilfunknetze mit Büchern aus dem Amazon- Shop füllen lässt- außerdem kann das via USB auch über den PC gefüllt werden. Auf diesen Wegen können Kindle-Besitzer auf 230.000 Titel zugreifen, so Amazon. Zu den Verkaufs- und Nutzerzahlen wollte sich der Online-Händler bisher nicht äußern. Analysen zufolge betrug der der Umsatz mit den E-Books in den USA im dritten Quartal 2008 knapp 14 Millionen Dollar – ein Ergebnis das sich sehen lässt. Seinen Erfolg will Amazon mit einem weiteren strategischen Schritt festigen: Amazon-E-Books lassen sich seit wenigen Tagen auch auf Apples iPhone und auf dem iPod touch lesen. Die Software wird im App-Store zur Verfügung gestellt - allerdings noch nicht für österreichische Kunden.

Formatvielfalt

Hierzulande kann der E-Book-Liebhaber natürlich auch auf Reader-Software für mobile Geräte zugreifen. Doch praktisch ist das nicht: Obwohl bis dato das E-Book kein Massenphänomen geworden ist, hat sich mittlerweile eine verwirrende Formate-Vielfalt entwickelt. Manche Programme greifen auf Textdateien (.txt), Grafikdateien (.gif, .jpg, .tif, .bmp) zu oder HTML-Format. Häufigen werden auch das PDF- und Mobipocket-Format verwendet. Welche Formate sich in Zukunft durchsetzen werden lässt sich schwer prognostizieren. Ein weiterer Nachteil ist die mäßige Bildschirmqualität die Smartphones bieten.

Konkurrenz

Einige, speziell für E-Books ausgelegte Geräte, werde auch von kleineren Anbietern entwickelt. Der iLiad-Reader von iRex Technologies Reader ist europaweit erhältlich, der Preis überschreitet allerdings die 500-Euro-Marke. Dafür bekommt man aber auch einiges geboten: Das Gerät verfügt über eine WLAN-Verbindung. Über einen Touchscreen kann man mit dem iLiad auch Notizen machen um etwa seine Dokumente zu kommentieren. Unterstützt werde die Formate PDF und HTML sowie die Bildformate PNG, BMP, JPG. Genau so wie die Konkurrenz von Sony und Amazon verfügt der iLiad über ein E-Ink-Display („elektronische Tinte), das ein kontrastreiches monochromes, flimmerfreies Bild erzeugt.

Eine günstigere Alternative ist der Cybook Gen3 von Bookeen. Das Gerät kostet knapp 280 Euro, verfügt allerdings über magere 512 MB internen Speicher. Dafür ist der in Frankreich entwickelte Reader samt Akku 174 Gramm leicht und bringt einen SD-Slot mit. Weiters hat der Cybook einen Mini-USB-Anschluss und beherrscht die Formate Mobipocket PRC, PalmDoc, HTML, TXT, PDF, JPG, GIF, PNG, MP3 und TTF.

Das Berliner Unternehmen Wizpac stellte auf der diesjährigen Cebit den Prototypen eines E-Book-Readers mit WLAN und Mobilfunknetz-Anbindung vor. Das Unternehmen soll bereits Verhandlungen mit mehreren europäischen Mobilfunkanbietern führen. Das Gerät mit dem Namen Txtr wird auf Open Source beruhen und mit E-Ink-Technik ausgestattet sein. Die dazugehörige Web- Community txtr.com soll die elektronischen Texte liefern.

Chance oder Hindernis?

Anders als der der Sony-Reader sind die oben erwähnten Geräte in diversen Online-Shops verfügbar. Sony vertreibt den PRS-505 in Österreich hingegen dezidiert über den Buchhandel. Als Partner konnten bisher Thalia, Morawa und Buchmedia Österreich gewonnen werden. „Sony setzte bei der Einführung des Readers auf qualitativ hochwertiger Beratung und die Verbindung von Hardware und Content, die nur der Buchhandel bietet. Eine Ausweitung auf weitere Kanäle ist daher zunächst nicht geplant“, erklärt Katrin Kniendl, Senior Product Manager Audio bei Sony. Dennoch besteht die Möglichkeit, weitere, qualitätsorientierte Partner aus dem Buchhandel hinzu zu nehmen, so Kniendl. Ob dieses Vertriebs-Konzept auf geht bleibt abzuwarten.

Experten die den Sony PRS-505 ersten Tests unterzogen haben bemängeln vor allem das DRM von Adobe, welches an das Gerät gebunden ist. Die Verlage können bestimmen, wie oft eine Buchdatei kopiert werden darf. Die Verlage bestimmen derzeit auch die Preise, die sich beim manchen Titeln kaum von denen der gedruckten Versionen unterscheiden. (Olivera Stajic, derStandard.at)

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unerwarteter eindruck

nur berichte lesend schüttelte ich immer ungläubig den kopf: bücher durch ein elektronisches trumm ersetzen - schwachsinn. bis ich so ein ding unlängst in den händen halten durfte. unheimlich angenehm für die augen, und haptisch absolut ok. ich werd mir sicher mal eins besorgen mit dem hauptzweck, fremdsprachige bücher draufzuspielen, und die integrierten übersetzungsmechanismen/wörterbücher zu nützen. herrlich - endlich zb ein englisches buch lesen und nur bei bedarf kurz anzeigen lassen, was ein wort auf deutsch heißt - kein den lesefluss unterbrechendes wörterbuchblättern oder leoaufrufen oder mangels verfügbarkeit auf ein sinnprägendes wort verzichten mehr.

Witzig...

vor drei Wochehabe ich mein altes Rocket eBook wieder entdeckt und entsorgt, weil der Akku alle war...

Nicht das Gewicht war das Problem, und Bücher hatte ich jede Menge drauf, nur: es ist kein Spass beim Lesen...

Für mich ist das nichts

Versteht mich nicht falsch ich bin bei den meisten elektronischen Neuerungen sofort dabei, doch Bücher ersetzen? Höchstenfalls ergänzen, denn, wie viele Stunden ich bereits mit manchen Büchern zugebracht habe, man nehme als Beispiel "Schuld und Sühne", da ist die persönliche Bindung für mich sehr wichtig. Ich würde dieses Buch niemals wegschmeißen, zerstören oder sonstwas, einfach der Sache wegen. Wir haben "etwas durchgemacht" miteinander. *G*

Nennt mich altmodisch,

Aber mich freut es immer wieder, wenn ich an meinem Regal mit rund 300 "analogen" SF-Büchern vorbei laufe...

eh ganz klar...

ein buch ist eben nicht nur inhalt sonder auch hapic und optik.
meine bücher kommen dürfen mich auch nie wieder verlassen.
trotzdem denke ich aber, das zukünftig beide systeme (analog,digital) nebeneinander bestehen werden. sie schließen sich ja nicht aus, und je nach situation haben sie vor oder nachteile.
was mir z.B. am kindle in den usa gefällt, sind die recht günstigen zeitungsabos.
sowas würde mich schon jucken...

Das war mal bei Audio-CDs auch mal so...

Wenn die Dinger mal...

... unter € 100.- kosten können wir drüber reden.

Exakt

Kaum jemand wird für sowas mehr als €200 ausgeben, und Massenphänomen wird's erst ab <€100 werden..

ja ...so wie der ipod ;)

guter E-Book Reader < 100,- EUR

Derzeit ist der "iriver HD" mit Wlan in Wien im Abverkauf um 79,90 statt 150,- (Morawa).
Das Gerät ist gleichgroß wie der Kindle 3 und auch mit Tastatur (kein Touchsreen, dadurch noch schöneres Display wie ich finde).
Display 1024x768 (Kindle und Co nur 800x600).
SD-Kartenslot, Laden bzw Datentransfer mit Mini-USB-Anschluskabel.
Diverse Formate: Epub, pdf,...leider kein mobipocket wie bei Kindle, womit man zB die offline Version der Wikipedia lesen könnte.
Für pdf-Formate, die bisher immer ein Sorgenkind der ebook reader darstellten, da ein schnelles scrollen und reinrauszoomen nicht möglich ist (wie zB beim ipad) gibt es die "Reflow"-Funktion. Große und auch mehrspaltige pdf können damit als durchgängiger Text angezeigt werden.

Hab ich auch keinen :)

Aber stimmt, wenn apple so ein Trumm rausbringt, und es ist weiß und glänzt und hat einen Apfelbitz drauf, dann wern die hippster auch über €500 dafür zahlen..

Bedarf

Es war schon vor Jahren ein Bedarf für solche Geräte da! Ich hatte schon Angst es kommt ein I-Reader^^

also ich finde das angenehme am lesen auf papier ist die entspannung der augen, eine auszeit sozusagen vom bildschirm, insofern bin ich sehr skeptisch bücher nun auch am bildschirm zu lesen.

habens

schon mal auf einem e-ink display gelesen? das kann man mit einem normalen bildschirm nicht vergleichen.

Cybook: magere 512MB
Sony: punktet mit 192MB
Weniger ist halt mehr.. :-)

Und wer entscheidet darüber, welche Bücher erhältlich sein werden? Was, wenn ich nicht Donna Leon, sondern Karel Prušnik-Gašper lesen will?

auch wenn die geräte einstweilen noch nicht attraktiv und leider viel zu teuer sind, erwarte ich mir auf lange sicht sehr viel von diesen readern. schon alleine die ersparnis an material, transportwegen und raum ist überwältigend. noch dazu ist dann auch allerorts und zu jeder zeit die eigene bibliothek und sämtliche auf der welt verfügbare literatur praktisch nur einen knopfdruck entfernt. großartig!

alle Bücher schauen dann gleich aus,

das elektronische Reclamheftl?

nicht zwingend.

PDF zB kann man ja wie ein printprodukt gestalten. ist es ja mehrheitlich auch :)

vereinigt die nachteile

beider medien in einem stück
was für eine hirnidee

Hauptsache "Neu und innovativ" ...

... ein paar Nerds werden sich schon finden.

Nerds lesen keine Bücher, du Noob.

Ich glaube eh nicht, dass die Nerds, die sich so einen Reader kaufen ...

... tatsächlich Bücher lesen werden. Die werden einfach Bücher sammeln und mir "konservativen Buchleser" beweisen, dass ein Reader ja viel besser ist, da mit dem Reader auf viel kleinerem Raum mehr "Bücher" gesammelt werden können.

nerds verwenden wörter wie "noob"..

Werbung?

Jetzt habens schon soviel darüber berichtet dass ich mich echt frag ob das nicht bezahlte Werbung ist. Vor allem werden Amazon/Sony hier als die Pioniere in Österreich angesehen....moment, das stimmt ja gar nicht, hixbooks.at gibts schon länger, und da kann man sich z.b. den iLiad auch nehmen.

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