Kunsthistoriker kratzt am Image von Robin Hood

15. März 2009, 17:54
41 Postings

Um 1460 entstandene Notiz gefunden, die in despektierlichem Ton über den Balladenhelden spricht

London - Robin Hood ist die Hauptfigur zahlreicher Balladen, deren älteste schriftliche Zeugnisse bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts zurück reichen. Aus dem selben Zeitraum stammt eine wenig schmeichelhafte Beschreibung des Helden, die ein schottischer Kunsthistoriker nun entdeckte. Julian Luxford, der an der Universität von St. Andrews in Fife lehrt, fand eine Randnotiz in dem um 1340 verfassten Geschichtsbuch "Polychronicon", welche um 1460 von einem Mönch auf Latein verfasst worden sein soll.

"Zu jener Zeit hat, nach Meinung des Volkes, ein gewisser Gesetzloser namens Robin Hood zusammen mit seinen Komplizen Sherwood und andere gesetzestreue Gegenden Englands mit fortgesetzten Räubereien heimgesucht", lautet Luxford zufolge die im Original 23 Worte umfassende Notiz. Luxford, der seine Ergebnisse im Detail im "Journal of Medieval History" publizieren will, spricht von der ältesten schriftlichen erwähnung Robin Hoods - oder zumindest eines Robin Hood. Er weist aber auf den geografischen Bezug zur Grafschaft Nottinghamshire hin, die zwar fixer Bestandteil des Mythos um Robin Hood geworden ist - historische Belege für eine solche Verortung gab es bislang allerdings kaum.

Anders als der Legende um Robin Hood, die ihn zum Widerstandskämpfer gegen König John Lackland hochstilisiert hat, glaubt Luxford aber, dass der historische Robin Hood in der Regentschaft von Edward I, Johns Enkel, anzusiedeln sei. (APA/red)

Share if you care.