Erstes italienisches Restaurant in Pjöngjang

14. März 2009, 14:21
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"General Kim Jong-il wollte, dass auch das Volk Zugang zu weltberühmten Gerichten bekommen sollte"

Seoul - Ein italienisches Restaurant ist die neue gastronomische Attraktion in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang. Wie die in Japan erscheinende Zeitung "Chosun Sinbo" am Samstag berichtete, wurde das erste "authentische" italienische Restaurant des Landes im Dezember auf Anweisung von Staatschef Kim Jong-il eröffnet und hat sich seitdem zum Publikumsmagneten entwickelt. Zutaten wie Butter, Weizenmehl und Käse beziehe Nordkorea direkt aus Italien, berichtete die Zeitung, die als Sprachrohr der Regierung in Pjöngjang gilt. Kim schickte demnach auch die Köche zu einem Lehrgang nach Neapel und Rom, nachdem diesen bei Versuchen, die italienische Küche nachzuahmen, "Fehler" unterlaufen waren.

"Geschmack ist so einzigartig"

"General Kim Jong-il wollte, dass auch das Volk Zugang zu weltberühmten Gerichten bekommen sollte", sagte Restaurantchef Kim Sang Soon der Zeitung. Jung Un-suk, eine Besucherin, war nach der ersten Pizza ihres Lebens dem Bericht zufolge begeistert. "Der Geschmack ist so einzigartig", sagte die 42-Jährige. Früher habe sie von Speisen wie Spaghetti oder Pizza nur durch Bücher und das Fernsehen gehört.

Das bitterarme Nordkorea hat immer wieder Engpässe bei der Versorgung mit Lebensmitteln. Ende der 90er Jahre starben bei einer Hungersnot nach Schätzungen eine Million Menschen. Staatschef Kim ist für seine Liebe zur italienischen Küche bekannt. 2004 berichtete die BBC, dass Kim drei Armeeoffiziere von einem italienischen Koch zu Pizzabäckern umschulen ließ. (APA)

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    Kim Jong Il bei der Inspektion eines Restaurants in Manpo. Der Staatschef bevorzugt die italienische Küche.

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