Debatte über strengeres Waffenrecht

14. März 2009, 14:03
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FPÖ will lieber Computerspiele als Waffen verbieten - Kräuter kritisiert Strache

Wien - SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter kritisierte am Samstag die Aussagen von FPÖ-Chef Strache zum Waffenbesitz in einer Aussendung "auf das Schärfste". Die FPÖ ist auch nach dem Amoklauf im deutschen Winnenden gegen ein schärferes Waffenrecht in Österreich. Parteichef Strache sprach sich am Samstag im Ö1-"Mittagsjournal" sogar für eine "Optimierung der Zugangsbestimmungen" besonders gefährdeter Berufsgruppen wie Richter und Polizisten aus. Vorstellen kann sich Strache allerdings Einschränkungen bei Computerspielen und Videos, die Gewalt darstellen.

Strache ist insbesondere dagegen, nun bestimmte Berufsgruppen zu kriminalisieren. "Das sind anständige, rechtschaffene Bürger", meinte er. Als "Liberalisierung" des Waffenrechts will der FPÖ-Obmann seine Forderungen allerdings nicht sehen. Wenn Amokläufer Straftaten begehen, sei das ein gesellschaftliches Problem. 99 Prozent aller Morde würden zudem mit illegalen Waffen stattfinden.

"Gefährdung unschuldiger Menschen"

"Strache forciert trotz der schrecklichen Ereignisse und dem unbeschreiblichen Leid um den Amoklauf in einer deutschen Schule völlig ungerührt den leichteren Zugang zu Schusswaffen. Damit stellt sich Herr Strache ganz klar außerhalb einer gemäßigten und humanitären Zivilgesellschaft", kritisierte Kräuter. Als besonders zynisch bewertete Kräuter die Strache-Aussage, wonach ohnehin die Mehrzahl der Morde mit Messern und Hacken erfolgen würden. "Mit solchen Sprüchen weitere Gefährdungen unschuldiger Menschen durch erleichterten Schusswaffenzugang rechtfertigen zu wollen, richtet sich von selbst", sagte Kräuter in einer Aussendung. Die SPÖ respektiere den verantwortungsvollen Umgang von Jägern, Sportschützen und Sammlern im Rahmen der Gesetze, Zugangserleichterungen kämen keinesfalls in Frage, so Kräuter. (APA/red)

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