Die Kugel rollt auf Poutiainen

14. März 2009, 13:52
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Zettel verpasste RTL-Weltcup mit Platz acht nur knapp, Finnin Zweite hinter überragender Maze

Aare - Österreich hat am Samstag in Aare nach der großen Kugel für den Gesamtweltcup der Herren auch das kleine Kristall für die Riesentorlaufwertung der Damen verloren. Für Kathrin Zettel war der achte Tagesrang zu wenig, die Finnin Tanja Poutiainen schnappte der 22-jährigen Österreicherin mit Platz zwei noch die Trophäe weg. Der Sieg ging im letzten Saisonrennen an die Slowenin Tina Maze, als beste Österreicherin landete Elisabeth Görgl an der siebenten Stelle. Die ÖSV-Damen blieben damit erstmals seit 2001 ohne Kugel.

"Nicht mehr wirklich schnelle Füße"

Zettel war mit 41 Punkten Vorsprung in die Entscheidung gegangen, hatte aber bereits im ersten Durchgang ihre Probleme und war nur auf Rang elf gekommen. "Ich habe die Saison schon sehr gespürt und hatte heute nicht mehr wirklich schnelle Füße, ich war müde und habe mir sehr schwergetan. Dadurch hatte ich dann so einen großen Rückstand und das ist heute leider zu viel gewesen", sagte die Kombinations-Weltmeisterin von Val d'Isere, die auch den dritten Platz in der Weltcup-Gesamtwertung verpasste, der um 13 Punkte an die Schwedin Anja Pärson ging.

Mit vier von acht Rennen hat Zettel genau die Hälfte der Riesentorläufe gewonnen, während Poutiainen nur einmal voll erfolgreich war. "Es ist hart. Aber sie war immer vorne mit dabei, sie ist kontinuierlich auf dem Stockerl gestanden und hat super Ergebnisse eingefahren. Ich habe leider in La Molina null Punkte gemacht und in Marburg war ich nicht topfit. Das sind sieben Punkte, die es ausmachen", meinte Zettel und zeigte sich als faire Verliererin: "Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass es für mich gut ausgeht, aber da muss man fair bleiben und Tanja gratulieren."

"Ganz und gar zufrieden"

Sie sei noch jung, und wenn nicht heuer, dann klappe es vielleicht nächstes Jahr. "Ich habe im Slalom auch einen großen Schritt nach vorne gemacht. Generell habe ich vieles weitergebracht in dieser Saison, auch in den Speed-Disziplinen. Ich bin ganz und gar zufrieden, es war eine Traumsaison, ich bin froh, dass ich es so heil rübergebracht habe." Der Druck sei natürlich groß gewesen und sie habe es nicht ganz verhindern können, dass er trotzdem an sie rankam: "Ich habe versucht, es zu verdrängen. Aber ich bin auch nur ein Mensch, ich muss das erst lernen, ich war das erste Mal in so einer Situation."

Für die 28-jährige Poutiainen ist es die dritte Kugel ihrer Karriere gewesen: "Ich war nervös und Kathrin auch. Aber ich wollte es mit jeder Faser meines Körpers. Es ist ein guter Kampf gewesen, ich war schneller", sagte die Finnin, die mit einem guten ersten Lauf viel Selbstvertrauen getankt hatte. "Ich habe aber gewusst, das ist nur die halbe Miete. Kathrin war die ganze Saison gut, ich hatte auch gute Rennen. Ich muss auch ihr gratulieren, denn es ist spannend gewesen. Ich bin sehr happy mit der Saison, es war die zweitbeste meiner Karriere."

ÖSV-Damencheftrainer Herbert Mandl meinte, dass das Jahr aufhöre, wie es sich durchgezogen habe. "Wir haben das Quäntchen Glück nicht gehabt, es wollte nicht sein." Hinter Görgl und Zettel waren Stefanie Köhle und Andrea Fischbacher Neunte und Zehnte geworden, Nicole Hosp beendete die Saison mit einem 16. Platz. (APA)

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    Tanja Poutiainen war nach einer langen Saison um sieben Punkte besser als Kathrin Zettel.

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