Amoklauf in Deutschland

"Killerspiel-Verbot politisch motiviert"

14. März 2009, 12:55
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    Die "Killerspiel"-Debatte ist wieder neu entflammt

Experten sprechen von Zensur - "Sachgerechter Diskurs" zu Hintergründen der Tragödie in Winnenden gefordert

Die tragischen Ereignisse rund um den Amoklauf eines 17-jährigen Mannes an der Albertville-Realschule in Winnenden haben in Deutschland eine heftige Diskussion um ein schärferes Vorgehen gegen sogenannte "Killerspiele" ausgelöst. Eine entsprechende Forderung der CDU/CSU-Fraktion nach einem generellen Verbot derartiger Computer- und Videospiele wird vor allem damit begründet, dass auch im Haushalt des Delinquenten solche Spiele gefunden wurden. Einzelne Medien sehen darin den endgültigen Beweis dafür, dass Gewaltinhalte in Games Menschen zu schrecklichen Taten ermutigen können. "Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Konsum gewalthaltiger Medien und der Tat in Winnenden ist nach derzeitigen Informationen nicht erkennbar", entgegnet der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU). Die Tatsache, dass der Täter im Besitz von Computerspielen war, sei nicht weiter verwunderlich, da Games inzwischen ein "fester Bestandteil der Jugendkultur" seien.

Sachgerechter Diskurs

Der tragische Vorfall von Winnenden deute hingegen auf einen komplexen Tathintergrund hin. So sei etwa zu vermuten, dass insbesondere die psychische Kondition und das soziale Umfeld des Täters wichtige Faktoren darstellen. "Die vielen Todesopfer des tragischen Vorfalls erfordern einen sachgerechten Diskurs zu den Hintergründen des Geschehens. Die aktuelle Forderung der CDU/CSU-Fraktion nach einem schärferen Verbot für Computer- und Videospiele ist daher vollkommen unangemessen und nicht zielführend", stellt der BIU fest. Aus Sicht des Bundesverbands sei im vorliegenden Fall kein Versagen des Jugendschutzes feststellbar. "Deutschland verfügt im weltweiten Vergleich über das engmaschigste Jugendschutzsystem im Bezug auf Computer- und Videospiele. Ein generelles Verbot von Spielen für Erwachsene käme einer Zensur gleich, welche angesichts der komplexen staatlichen Kontrollmechanismen nicht gerechtfertigt wäre", betont der BIU. Die Verbreitung von "gewaltverherrlichenden" Games sei ohnehin bereits heute schon auf Grundlage des Strafgesetzbuches verboten.

Politisch motiviert

Der BIU warnt mit Rücksicht auf die Opfer der Winnender Tragödie, den Blick auf die eigentlichen Tatumstände nicht durch eine unsachliche Debatte über ein Verbot von "Killerspielen" zu verstellen. "Die erneute Debatte um ein Verbot von 'Killerspielen' ist rein politisch motiviert und wird populistisch geführt. Mit Blick auf den tragischen Vorfall und die Opfer ist diese Art der Ursachenforschung absolut unangemessen und verstellt den Blick auf die wirklichen Probleme", erläutert BIU-Pressesprecher Arjan Dhupia auf Anfrage von pressetext. Das Vorgehen der Innenpolitiker diskreditiere das funktionierende Jugendschutzsystem und die Bemühungen derjenigen, die sich kontinuierlich dem Jugendschutz widmen. "Es gibt kein Regelungs- sondern ein Vollzugsdefizit. Die Innenminister sind gut beraten, sich Ihrer Verantwortung bei der Vollzugskontrolle der bestehenden Gesetze bewusst zu werden", so Dhupia abschließend. (pte)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 396
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Truhe
 
00
21.3.2009, 13:41
Provokante Frage: Müssen Computerspiele zwangsweise in Blutbäder ausarten oder bedient man sich hier schlicht und ergreifend einiger niederer Instinkte um sich die Gestaltung einfacher zu machen?

Man kann kaum ernsthaft bestreiten dass die Gewaltbereitschaft, nicht nur bei Jugendlichen, es wird brutaler und rücksichtsloser gehandelt. Das beschränkt sich NICHT AUSSCHLIESSLICH auf Amokläufe sondern auch auf die Keilerei im Schulhof und dem allgemeinen Verhalten anderen gegenüber. Ich denke das Problem ist nicht die steigende Gewaltbereitschaft, sondern der Abbau von Hemmschwellen bei der Ausübung. Das hat mit einer gewissen Virtualisierung des Mitmenschen. Dieser mutiert mehr und mehr zum NPC, zum Mob über dessen Be- und Empfinden man sich keine Gedanken zu machen braucht - das Fehlen der Konsequenzen ist ein Problem - ein Spiel das man 3 Wochen lang nicht mehr spielen Kann, weil der Charakter im Krankenhaus liegt - oder im Knast hock

Matthias Schindler
00
20.3.2009, 10:38
BIU

Das ist der "Bundesverband für interaktive Unterhaltungsmedien" (siehe auch Homepage). Sie vertreten die Computerspieleindustrie und sagen, dass gewaltttätige Computerspiele keinen schädlichen Einfluss auf die Jugendlichen haben.
Ist das nicht schön?
Und dann werden die noch zitiert? Wie blöd muss man eigentlich sein?

Ed L. Bitter
05
17.3.2009, 16:09
Killer-Eltern-Verbot.


Eltern die 18 Stk Feuerwaffen Zuhause horten. Eltern die eine grosskalibrige Pistole, plus 1000 Stk Munition unbeaufsichtigt herumliegen lasen. Eltern die einem labilen, depressiven Kind 30 Softguns kaufen... Das sind die echten Killer. Das sind kranke Waffennarren. Sie haben alle Opfern und auch das eigene Kind auf dem Gewissen. Die Diskussion über "Killerspiele" ist eine CDU Ablenkung gesteuert von der mächtigen Waffenlobby.

msm
00
20.3.2009, 00:46
Hauptschuldige, ELTERN, auch aber

nicht allein
Ein Verbot von Killerspielen wird wohl wenig Wirkung haben, sie sind auch nicht die Hauptursache dieser Tragödie. Förderlich für die Entwicklung eines jungen Menschen sind diese Spiele jedoch nicht, es verschwindet die Hemmschwelle zur Gewalt, kommt zur Verwechslung von Spiel und Wirklichkeit. Auch in einem Spiel sollte man lernen, fragt sich nur, welche Dinge man in einem Killerspiel lernen kann?
Ein generelles Waffenverbot wäre wirkungsvoll, ein Verbot von Kriegsspielzeug.
Sinnvoll? Solange Eltern sich nicht intensiver um ihren Nachwuchs kümmern, sie mit ihren Problemen alleine lassen, nicht helfend eingreifen, solange wird es immer wieder zu solchen Tragödien kommen. Wohl keine Frage von CDU Ablenkung

Mucosaprolaps
01
17.3.2009, 18:32

Ich glaub nicht dass die Waffenlobby da steuert ...

Eher andersrum: Die Waffenindustrie fördert Politiker massiv, wenn es um den Ankauf von Fliegern usw geht ... die Spieleindustrie ist bei Politikern weitgehend unbekannt. Wenn dann also ein noch so unlauter agierender, offenbar lügender "Experte" daherkommt, der eindeutige Schuldzuweisungen bringt, ist es bequem, seinen Forderungen zu folgen.

Zudem ist das ein politischer Streit: Die CSU will mit Hilfe Pfeiffers die "rote" USK entmachten und strikt zensurieren.

aners
11
17.3.2009, 05:07
counterstrike verkaufszahlen quelle wiki > alles amokläufer ;)

Counter-Strike 4.600.000
Counter-Strike Xbox 1.500.000
Counter-Strike: Condition Zero 2.900.000
Counter-Strike: Source 2.100.000

RebelAngel
 
01
19.3.2009, 09:45
CS auf der Xbox?

das gehört ja WIRKLICH verboten ;-)

Intirius
04
16.3.2009, 18:58

Ein Labiler Junge kommt an Killerspiele. Also verbietet diese. Das wird bestimmt viel ändern...

Ein Labiler Junge kommt an Schusswaffen und genug Muntion um ein ganzes Dorf Richten zu können. Aber Schusswaffen verbieten? Was wäre das für ein Deutschland (Welt)??

Ach und mein guter Vater hatte einen total coolen Trick. Ich als kleiner Junge mitten in der Pupertät wollte unbedingt eine Gaspisole. Der hat einfach nein gesagt!! Der hat keinen eigenen Übungsplatz im keller gebaut. ;-)

Al Cohole
02
16.3.2009, 15:32
Bei „Killerspielen“ darf noch lang nicht Schluss sein

Ich finde es zum Beispiel wesentlich verwerflicher in Age of Empires mit Reiterhorden wehrlose Feldarbeiter und Holzfäller niederzumetzeln, als in Battlefield 2 mit dem MG auf mit Handgranaten werfende feindliche Soldaten zu schießen. Beides ist gleich real.

Tintifax2000
02
16.3.2009, 21:13
na dann ....

... könnens auch gleich 95 % der actionfilme auf die schwarze liste setzen lassen ...

nukewashington
111
16.3.2009, 13:28
think about it

tausche ich in counterstrike die units gegen kleine affen aus, spielt es kein mensch mehr...

selbst die balance des games würde es nicht retten wenn man nicht unterbewusst belohnt wird.

und belohnt wird das gehirn durch die bilder die es sieht.

ich behaupte jetzt ganz frech, dass solche spiele den menschlichen geist abstumpfen, und sogar in diversen fällen als auslöser gelten.

nicht als hauptauslöser, aber als bestandteil...

denn keiner von euch kann die tatsache widerlegen, dass fast alle attentäter sich dieser sucht hingegeben haben.

das verschweigt ihr gerne...

spielt die games als kleine äffchen etc... aber heuchelt nicht ständig irgendwas von hand-augen-koordination, ausgelagertem sozialen verhalten und ähnlichem.

RebelAngel
 
00
19.3.2009, 09:47
ihrer Theorie nach

müßten die CS-Spieler dann also im Zoo Amok laufen oder? *lol*

aenema_lateralis
 
11
18.3.2009, 10:47
hier postet glaub ich auch ein kleines äffchen...

...jemand der aufgrund von pixel auf seinem schirm abstumpft, der gehört ohnehin in behandlung. da könnte die lange schlange beim supermarkt genauso der auslöser sein...mal ehrlich

Andreas Schneider
00
17.3.2009, 18:19

"dass fast alle attentäter sich dieser sucht hingegeben haben."

aja.

paranoide wahnvorstellungen oder einfach nur keine ahnung von der welt?

Bernout
 
05
17.3.2009, 01:17
"nukewashington" regt sich also über die böse virtuelle Gewalt auf.

Bemerkenswert.

Markus KA
04
16.3.2009, 19:22

Attentäter?

Die mit den Jungfrauen?

Die brauchen keine Spiele um kleinen Kindern mit Gewehrkolben die Schädel zu zertrümmern und sich auf Marktplätzen in die Luft zu sprengen.

Das einzige was die brauchen ist der Glaube an die absolute moralische Überlegenheit, die einzig wahren Werte und ein bisschen "göttliche" Unterstützung.

Damit sind die an "euch" näher dran als an "uns"

Genau wie die guten alten Bücherverbrenner und 3 Bier Besteller.

Jürgen Mayer
00
16.3.2009, 22:56
Äußerst

bemerkenswerter Kommentar. Vielen Dank!

marty fink
00
16.3.2009, 17:09
Wer ist "ihr" wer ist "wir"???

grooveminister
01
16.3.2009, 16:01
solange

man ein spiel als solches begreift gibt es mM nach kein Problem. Die Fähigkeit, Realität und Fiktion zu unterscheiden, hängt eher mit der perönlichen Entwicklung eines Kindes zusammen (Elternhaus, Kindergarten, Schule, soziales Umfeld,..) und sollte mit 18 schon soweit ausgebildet sein, dass ein Jugendlicher nicht zum Amokläufer mutiert. Oder gibt's dieses Phänomen erst seit der Erscheinung von "Doom"?

David Mungo
00
16.3.2009, 20:11

"Oder gibt's dieses Phänomen erst seit der Erscheinung von "Doom"?"

Das ist natürlich ein Argument. Aber die Frage, ob Killerspiele die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass ein kranker Mensch zum Amokläufer wird, darf und muss gestellt werden. Das muss man untersuchen - natürlich ergebnisoffen.

Und wenn diese Frage halbwegs geklärt ist, kann man das Thema auch gleich viel besser diskutieren. Dann gibt es handfeste Argumente für die eine oder die andere Seite und müssen die möglichen Maßnahmen eben abgewogen werden.

Linus Tintifax
01
16.3.2009, 14:29
ah, der experte

gewalt ist in unseren köpfen (und nicht nur jenen junger männer) - ähnlich wie auch sex - permanent vorhanden. da gewalt (vor allem in zusammenhang mit machtempfinden) ein mehr oder weniger starker trieb des menschen ist, gilt es diesem drang bzw. druck ein ventil zu schaffen. im falle der gewalt/sex kann dies unter anderem (die ausübung von) sport oder koitus sein. ein "ballerspiel" dürfte - wenn auch virtuell - ebenfalls gut dafür herhalten. problematisch wird es nur, wenn jemand fantasie und wirklichkeit nicht unterscheiden kann oder will. dem amokschützen von winnenden war ein ballergame offenbar zu wenig.

David Mungo
11
16.3.2009, 20:14

Das würde bedeuten, Killerspiele reduzieren die Wahrscheinlichkeit, dass ein kranker Mensch zum Amokläufer wird. Könnte ja durchaus sein. Es könnte aber auch das Gegenteil der Fall sein. Das muss man endlich ordentlich untersuchen.

Andersen
01
16.3.2009, 21:12

Es könnte ja auch sein das Horrorfilme dies begünstigen oder das Lesen von Sartre...?
Das ist Augenauswischerei und Symptombekämpfung.
Obwohl ich ihnen zu dem Beitrag weiter oben durchaus zustimme...

der postbote
06
16.3.2009, 12:35
der weg zu einer besseren welt

wir verbieten:

- rauchen
- alkohol
- fettes und süßes essen
- extremsport
- sex ohne verheiratet zu sein
- pornos
- auf öffentlichen plätzen herumstehen oder -sitzen
- killerspiele

dafür darf jeder so viele schusswaffen plus munition wie er will zu hause bunkern

und alles wird gut

David Mungo
10
16.3.2009, 20:16

Die meisten Dinge, die du nennst, stellen keine Gefährdung der Allgemeinheit dar. Rauchen zweifelsohne schon. Killerspiele eventuell. Das wissen ja derzeit offenbar nicht einmal die Experten wirklich.

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