Der antike Chirurg

13. März 2009, 19:56
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Heute arbeiten Chirurgen in Operationssälen mit neuester Technik - Die ersten Operationen fanden schon vor tausenden Jahren statt - Funde zeigen, dass Patienten schon damals Eingriffe überlebten

Frage: Seit wann gibt es Chirurgen?

Antwort: Chirurg hat im Altgriechischen in etwa die Bedeutung von "Handwerker". Dass mit Werkzeugen an Körperteilen hantiert wird - zum Beispiel Köpfe aufgebohrt werden -, ist keine Erfindung der Moderne. Es gibt Funde, die belegen, dass schon in der Steinzeit und der Antike Menschen operiert wurden. Und es gibt sogar Belege dafür, dass Patienten das überlebt haben. Auch die Römer und die Ägypter besaßen bereits chirurgisches Werkzeug. Mumienfunde aus dem Reich der Pharaonen zeigen, dass die Eingriffe durchaus auch erfolgreich waren.

Frage: Welche sind die Vorläufer des Skalpells?

Antwort: Heute benutzen Chirurgen zum Aufschneiden der obersten Hautschichten Skalpelle, oft sogar mit Einweg-Klinge, die sie nach dem Eingriff wieder wegwerfen. Unsere frühesten Vorfahren haben sich mit Fischgräten, Muschelschalen oder Steinmessern als Operationsbesteck beholfen, wenn sie beispielsweise Abszesse aufschneiden mussten.

Frage: Wie kam es zum Desinfizieren von Geräten?

Antwort: Der Wiener Arzt Ignaz Semmelweis, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts lebte, hat entdeckt, dass die Hände der Ärzte das sogenannte Kindbettfieber übertrugen, an dem viele Mütter starben. Er forderte, dass Ärzte daher ihre Hände gründlich mit Chlor reinigten. Der Schotte Joseph Lister (1827-1912) stellte fest, dass auch Keime in der Luft Wunden eitern lassen können. Er hat deshalb gefordert, dass der Operationsraum und sämtliche Geräte und Verbände desinfiziert werden.

Die nächste Ö1-Kinderuni am Sonntag um 17.10 Uhr widmet sich dem Thema "Warum sind Böden lebensnotwendig? Über die Supermärkte unter unseren Füßen". Am Freitag im Standard. (Gudrun Springer/DER STANDARD, Printausgabe, 14./15. März 2009)

der Standard Webtipp:

OE1

Kinderuni

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