Fahr doch den Inder!

13. März 2009, 18:52
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Klein, erschwinglich, sparsam und also ziemlich umweltverträglich: Mit diesen Argumenten will Suzuki bei der siebenten Generation des Alto punkten

Mehr als neun Millionen gute Gründe nennt Japans Kleinwagenspezialist Suzuki, die für den Erwerb eines Alto sprächen: So viele Kunden nämlich haben sich bisher weltweit für diese Baureihe entschieden, die 1979, ergo vor genau 30 Jahren, erstmals und ziemlich unscheinbar aus den Fabrikshallen rollte. Konzipiert war der Winz seinerzeit als Zweitwagen und für Frauen, und daran hat sich im Prinzip bis heute nix geändert.

Jung, weiblich, geringes Einkommen: Studien zum Weltfrauentag brandmarkten soeben diese Koinzidenz. Geht man es von der Seite an, so leistet Suzuki mit der nun in Generation 7 erscheinenden 3,5 m kurzen Parkplatzfindmaschine einen beachtenswerten Beitrag zur (jungen) Frauen(fort)bewegung. Ab 7990 €, sagt Suzuki, bekomme frau bereits einen vollwertigen Viersitzer mit fünf Türen und ausgeprägt praktischem Talent (erstaunlich viele und überraschend großzügig dimensionierte Ablagen), der obendrein recht hübsch designt sei. Design? Große Augen, kleiner Wagen – das fällt sofort ins Auge. Kindchenschema. Das hat immer noch gezogen.

Was neuerdings immer besser zieht, ist zudem das Argument mit der Umwelt. Suzuki erspart einem da gleich einmal die lästige Sucherei nach der passenden Motorisierung: Es kann nur einen geben. Den neuen 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 65 PS, der auch im Splash zum Einsatz kommt. Verbraucht im Normtestzyklus lediglich 4,4 Liter Sprit auf 100 km, was 103 g CO2/km entspricht. Anfang 2010 kommt dann noch ein Start-Stop-System dazu, das die CO2-Emissionen auf noch mustergültigere 95 g/km runterdrücken wird.

Dass die Maschine dabei immer noch akzeptabel spritzig ist, davon konnte der STANDARD sich soeben bei der internationalen Pressepräsentation in und um Rom überzeugen. Freilich will das Alu-Motörchen mit dem typischen 3-Zylinder-Schnurren per 5-Gang-Schaltung auf Touren gehalten werden, will man so flott durch die Straßen wuseln, wie der italienische Verkehr das mitunter verlangt.

Fahrwerk? Passt zum Motor, also brav, unauffällig, sogar recht komfortabel. ESP? Zwar nicht Serie, aber über diverse Ausstattungspakete verfügbar. Große Mühe hat man sich auch beim Gewicht gegeben. Herausgekommen ist ein Auto mit 855 kg Leergewicht, auch dies ein durchaus tüchtiger Wert.

Was nun die Alltagstauglichkeit anbelangt: Freilich schaffen es auch die Suzuki-Ingenieure nicht, den Alto innen größer zu machen als außen – wäre dies der Fall, wir hätten die Sensation bereits eingangs vermeldet. Der Kofferraum ist mit 129 Litern, was er ist, und fasst also mit Mühe zwei nicht allzu breite Taschen. Die Hinterbänkler wiederum haben ungefähr die Beinfreiheit wie Passagiere im Charterflieger. Trotzdem lassen sich, wie gesagt, vier Personen ohne eklatante Verletzung der Menschenrechte von A nach B befördern, und legt man die Rücksitze um, hat man plötzlich 367 Liter Kofferraum zur Verfügung. Unterm Strich ist der Alto also ein moderner Kleinwagen, wie man ihn von Suzuki erwarten durfte. Funktionell, praktisch, umweltfreundlich und sogar ein bisserl hübsch.

Gebaut wird er übrigens in Indien. Und so könnte eine der Empfehlungen des Herstellers auch so lauten: Fahr’ doch den Inder! (Andreas Stockinger, DER STANDARD, Printausgabe, 13.3.2009)

  • Kolossal klein: Der superkom pakte Alto macht ganz schön große Augen, und in der Urbs auch wirklich Sinn.
    foto: werk

    Kolossal klein: Der superkom pakte Alto macht ganz schön große Augen, und in der Urbs auch wirklich Sinn.

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