Vokuhila und Musette

13. März 2009, 18:43
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Es konnte nicht verborgen bleiben, dass der Versuch, einen passenden Vergleich zu finden, über eine falsche Oper führte

FAQ – frequently asked questions – sind solche Fragen, die wir wiederkehrend durch die unkommentierte Verwendung von Abkürzungen und Akronymen aufwerfen. In Titel und Text zur „Trilogie des Wiedersehens“ im Burgtheater ist nun Vokuhila aufgetaucht, und hinterher haben wir uns gefragt: Weiß man das noch? Also: Es handelt sich also um die Beschreibung einer inzwischen schon wieder im Weichbild der Stadt zu entdeckenden Frisur – „Vorne-kurz-hinten-lang“. Alternativbezeichnungen: Nackentapete, Manta-Matte.

Von der Burg zur Oper: In der Besprechung der Eugen-Onegin-Inszenierung wurde eine Sängerin mit der Bemerkung gewürdigt, „Olga glich eher einer Musette aus der Carmen“. Es konnte nicht verborgen bleiben, dass der Versuch, einen passenden Vergleich zu finden, über eine falsche Oper führte. Musette tritt in La Bohème auf.

Und wo tritt Birgit Minichmayer auf? Macbeth und Weibsteufel im Akademietheater, nicht Medea in der Burg, von wo wir sie zur Standard-Premiere vom „Knochenmann“ antanzen ließen. Im falschen Film waren wir vorübergehend auch bei einem Gastkommentar zum Frauentag über „Glaube, Tugend, Terror“. Das Bild zeigt die falsche Autorin. Durch einen Irrtum bei der Bildsuche rückten wir Marjane Satrapi ins Blatt, Autorin einer Comicserie. Fathiyeh Naghibzadeh kam aber in der Wien-Ausgabe zu Ehren, nachdem wir den Fehler bemerkt hatten.

Richtige Dame, falscher Ort: In unserer Forschungsbeilage informierten wir, „die Femtech-Expertin des Monats März 2009 ist Sabine Schindler. Die (...) Astrophysikerin leitet seit 2004 das Institut für Astrophysik der Leopold-Franzens-Universität Wien.“ Man muss nicht in höhere Sphären entschweben, um zu wissen, dass die Leopold-Franzens-Universität in Innsbruck angesiedelt ist. Franz I. errichtet sie 1814 dauerhaft und begründete dabei eine Bildungstradition: Er beantwortete die Bitte Innsbrucks zu seiner Zustimmung zum Universitätsbetrieb mit dem ungebrochen gültigen Satz: „Ja sag’ ich,  sobald ich Geld seh’.“

Um die Wissenschaft bemüht haben wir jüngst im ALBUM einen Text zur Lage der Arbeitsmigrantinnen in Österreich veröffentlicht. Es ist nachzutragen, dass die publizierten Überlegungen von Elisabeth Beck-Gernsheim auf einem Vortrag beim Workshop „Constellations of Inequality“ am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien fußen. (Otto Ranftl; DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.3.2009)

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