"Evolution des Schlafes - Vom Urmenschen zum Uhrenmenschen"

13. März 2009, 17:51
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Wien - Beim Symposium "Evolution des Schlafes", das am 17. März im Rahmen des von der Stadt Wien initiierten Darwin-Jahrs stattfindet, gehen Forscher der Frage nach, wie und ob sich der Schlaf des Menschen an die moderne Lebenswelt anpasst.

Wie beeinflusst unser evolutionäres Erbe unseren Schlaf? Wie schläft der Mensch in der Großstadt? Was kann die Savanne dafür, dass wir nachts mehrmals aufwachen? Diesen und anderen Fragen stellen sich Forscher aus Österreich, Deutschland und Großbritannien beim Symposium "Evolution des Schlafes - Vom Urmenschen zum Uhrenmenschen".

Mythen

Dabei gehe es auch darum, mit ein paar alten Mythen aufzuräumen, so Jürgen Zulley von der Psychiatrischen Klinik der Universität Regensburg: "Schlaf hat nichts mit Ruhe zu tun. Es ist ein Unruhezustand, in dem Prozesse des Regenerierens und Abspeicherns ablaufen. Wir sparen im Schlaf gerade einmal Energie im Gegenwert einer Toastbrotscheibe!"

Jüngste Studien weisen außerdem darauf hin, dass Schlaf ein regionaler Prozess ist: "Das geht bei uns Menschen nicht so weit wie bei den Delfinen, bei denen erst die eine, dann die andere Gehirnhälfte schläft. Aber auch unser Gehirn schaltet sich etappenweise ab. Was uns vor die interessante Frage stellt: Ab wann sprechen wir überhaupt von Schlaf?"

Schlaf in der Leistungsgesellschaft

Jürgen Zulley referiert auf dem von der Universität Wien, der Medizinischen Universität Wien und den Wiener Vorlesungen veranstalteten Symposium über den Schlaf in der Leistungsgesellschaft. Neurostudien belegen nicht nur, dass die Schichtarbeit weit gravierendere Folgeerkrankungen nach sich zieht als bisher vermutet - von Diabetes über Herz-Kreislauferkrankungen bis hin zu Krebs. Auch die Energiesparlampen geraten in die Kritik: Sie strahlen bläulicheres Licht ab als die althergebrachten Glühbirnen, was morgens durchaus von Vorteil sein kann: "Das natürliche Licht in der Früh weist größere Blau-Anteile auf. Das macht uns munter." Später am Tag, wenn der Körper sich auf Ruhe einstellen sollte, hält ihn blaues Licht allerdings künstlich wach. "Wenn man Versuchspersonen beim Zähneputzen mit gelbem oder blauem Licht bestrahlt, reagieren letztere mit Schlafstörungen".

Das Symposium findet am 17. März ab 15 Uhr im Festsaal der Gesellschaft der Ärzte in Wien in der Frankgasse 8 statt. Es referieren unter anderem Brigitte Steger, John Dittami, Christoph Zielinski u.a.
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich.

Nähere Informationen: www.charles-darwin-jahr.at

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