Razzien bei Ex-Deutsche-Telekom-Managern Zumwinkel und Ricke

13. März 2009, 16:46
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Durchsuchungen wegen Spitzelaffäre

Bei den Ermittlungen zur Spitzelaffäre bei der Deutschen Telekom sind Häuser und Büros der ehemaligen Top-Manager Klaus Zumwinkel und Kai-Uwe Ricke durchsucht worden. Razzien gab es im Wohnsitz des früheren Telekom-Aufsichtsratsvorsitzenden und Ex-Post-Chefs Zumwinkel am italienischen Gardasee und im Haus des ehemaligen Telekom-Chefs Ricke in der Schweiz, wie der Bonner Oberstaatsanwalt Friedrich Apostel am Freitag sagte.

Auswertung

Durchsucht wurden laut Apostel auch die ehemaligen Arbeitsräume Zumwinkels bei der Deutschen Post in Bonn, sein früheres Haus in Köln sowie ein Anwesen Rickes in Süddeutschland. Zu den Ergebnissen und dem Umfang des beschlagnahmten Materials wollte Apostel zunächst keine Angaben machen. Die Auswertung werde ein paar Wochen dauern.

Die Razzien fanden nach Angaben des Oberstaatsanwalts bereits am Mittwoch statt. Die Durchsuchungen am Gardasee und in der Schweiz wurden demnach von italienischen und Schweizer Beamten vorgenommen, die von etwa zehn deutschen Ermittlern begleitet wurden. Die Staatsanwaltschaft Bonn hatte entsprechende Rechtshilfeersuchen an die Behörden in Italien und der Schweiz gestellt. In Deutschland waren etwa 15 Beamte im Einsatz.

Spitzelaffäre bei der Telekom

Die Razzien stehen im Zusammenhang mit der Spitzelaffäre bei der Telekom, in der die Staatsanwaltschaft Bonn seit Frühjahr 2008 ermittelt. Nach Angaben der Ermittler hat das Unternehmen in den Jahren 2005 und 2006 die Telefonverbindungsdaten von Aufsichtsräten der Telekom, Angehörigen des Betriebsrats, Journalisten, aber auch von Dritten wie Verdi-Chef Frank Bsirske ausgespäht, die mit dem Konzern nicht unmittelbar zu tun haben. Insgesamt ist von mindestens 55 Bespitzelten die Rede.

Die Nachforschungen der Staatsanwaltschaft richten sich unter anderen gegen den ehemaligen Konzernchef Ricke und gegen den früheren Aufsichtsratsvorsitzenden Zumwinkel. Letzterer war Ende Jänner wegen Steuerhinterziehung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. (APA/dpa)

 

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