Wütende Sony-Arbeiter sperrten Chef ein

13. März 2009, 16:40
48 Postings

Serge Foucher, Frankreich-Chef des Elektronikriesen, wurde aus Protest gegen geringe Abfindungen wegen der Werksschließung über Nacht festgehalten

Pontonx-sur-l'Adour - Wütende Arbeiter des Elektronikkonzerns Sony haben in Südfrankreich mit harten Bandagen um höhere Abfindungen gekämpft. Sie nahmen kurzerhand Sony-France-Chef Serge Foucher gefangen und hielten ihn die Nacht zum Freitag in dem Magnetbandwerk in Pontonx-sur-l'Adour fest. Die Aktion zeigte Wirkung: Sony setzte sich wieder an den Verhandlungstisch.

Eingänge verbarrikadiert

Foucher war am Donnerstagabend nach Pontonx gekommen, um die Beschäftigten des seit 1984 bestehenden Werkes vor der Schließung im April ein letztes Mal zu treffen. Gegen seinen Willen wurden er und sein Personalchef darauf am Verlassen der Fabrik gehindert. Die Arbeiter verbarrikadierten die Eingänge mit Baumstämmen. Erst nachdem Foucher neue Verhandlungen zugesagt hatte, entließen sie ihn am Vormittag aus ihrer Gewalt. "Ich bin froh, wieder frei zu sein und das Tageslicht zu sehen", sagte Foucher. Unternehmen und Gewerkschaften begannen darauf unter Vermittlung der Behörden Schlichtungsgespräche.

"Wir hatten keine Wahl"

"Wir verlangen nicht die Welt, nur dass wir auf dieselbe Weise abgefunden werden wie andere Beschäftigte von Sony France, die gekündigt worden sind", sagte der Vertreter der Gewerkschaft CGT, Patrick Hachaguer. Den Mitarbeitern des Werkes für Videobänder seien nur "Rabatt-Abfindungen" angeboten worden. Das Einsperren des Sony-Chefs sei "unsere letzte Chance" gewesen, sagte die 50-jährige Werksbeschäftigte Chantal Omiciuolo. "Wir hatten keine Wahl."  (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Beschäftigte des Sony-Magnetbandwerks in Pontonx-sur-l'Adour protestierten am Freitag gegen die sogenannten "Rabatt-Abfindungen".

Share if you care.