Beste Rembrandtquelle

13. März 2009, 15:55
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Stabile Performance und ungebrochen anhaltende Nachfrage prägen den Markt für Arbeiten von Rembrandt

Rembrandt van Rijn: Fällt dieser Name, zucken selbst bei abgebrühten Kunsthändlern die Augenbrauen. Kommt eines der wenigen außerhalb von Museen überhaupt noch verfügbaren Ölbilder auf den Markt, dann verlieren selbst phlegmatische Kuratoren ihre Contenance. Die auch durch museale Präsentationen, derzeit von der Albertina ("Das Zeitalter Rembrandts", bis 21. Juni) angeheizte Nachfrage an Arbeiten des Niederländers ist seit Jahrzehnten ungebrochen.

Gemälde gelten dabei als absolutes Minderheitenprogramm. In den vergangenen 20 Jahren kamen lediglich 16 Ölbilder zur Auktion, für die allesamt Höchstpreise bewilligt wurden. Der Weltrekord liegt derzeit bei 29,61 Millionen Euro für das "Porträt einer Alten Dame" von 1632. 90 Prozent der Auktionsumsätze - die Hälfte davon liefert der amerikanische Markt, gefolgt von Großbritannien - werden über Grafiken eingespielt.

Das nötige Budget vorausgesetzt, gilt zweifellos die TEFAF (The European Art Fair) als verlässlichste Schoppingmeile für Arbeiten Rembrandts. Aber selbst in Maastricht werden sie nicht immer sofort verkauft. 2006 hatte der New Yorker Kunsthändler Salander O'Reilly für "Jakobus den Älteren" stolze 45 Millionen Dollar veranschlagt. Zu viel, und das Heiligenporträt landete kein halbes Jahr später im Auktionssaal von Sotheby's. Dort fiel der Hammer bei immer noch stolzen 27 Millionen Dollar.

Deutlich günstiger sind Grafiken, nur ist hier das Jahr der Ausführung preisbestimmend. Die Frankfurter Kunsthandlung Rumbler bietet in Maastricht derzeit ein "Selbstporträt mit Saskia" und veranschlagt für diese Radierung aus dem 17. Jahrhundert 130.000 Euro. Spätere Reproduktionen schlagen sich mit einem Zehntel dieses Wertes zu Buche. Für 475.000 Euro soll die Landschaft mit drei Bäumen (1643) bei David Tunick (New York) den Besitzer wechseln. Das auch in der aktuellen Albertina-Ausstellung gezeigte Landschaftsstück zählt zu den berühmtesten und symbolträchtigsten der westeuropäischen Kunst. 2006 war dieses Blatt einem Sammler bei Christie's "nur" 222.800 Euro wert. (kron, ALBUM - DER STANDARD/Printausgabe, 14./15.03.2009)

  • Rembrandt: "Selbstporträt mit Saskia" , Radierung, in der Platte
signiert & datiert (1636), für 130.000 Euro bei Helmut Rumbler in
Maastricht.
    foto: rumbler

    Rembrandt: "Selbstporträt mit Saskia" , Radierung, in der Platte signiert & datiert (1636), für 130.000 Euro bei Helmut Rumbler in Maastricht.

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