Telefonica an United Internet interessiert

13. März 2009, 14:33
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"Der Verkaufsprozess von Hansenet hat gerade erst begonnen"

Die Aktien von United Internet haben am Freitag mit einem Kurssprung von zeitweise rund 19 Prozent auf einen Bericht über ein Kaufinteresse der spanischen Telefonica reagiert. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" schrieb unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise, der spanische Telekommunikationskonzern interessiere sich sowohl für das Unternehmen aus Montabaur als auch für die Hamburger Telecom-Italia-Tochter Hansenet. Telefonica und United Internet wollten sich nicht äußern.

In Branchenkreisen hieß es, es habe noch keine Gespräche zwischen Telefonica und United Internet gegeben, jedoch zwischen Telefonica und Hansenet, wobei man sich noch nicht auf einen Preis habe einigen können. Telecom Italia bestätigte erstmals die geplante Trennung: "Der Verkaufsprozess von Hansenet hat gerade erst begonnen; in dieser ersten Phase hält Telecom Italia Treffen mit mehreren Interessenten ab", sagte ein Konzernsprecher der Zeitung.

United Internet (UI) steht bislang nicht zum Verkauf. Größter Aktionär von UI ist Vorstandschef Ralph Dommermuth mit gut 36 Prozent. Das Unternehmen selbst hält knapp neun Prozent, ebenso wie die Karlsruher Beteiligungsgesellschaft Kizoo, die aus dem früheren Internet-Unternehmen Combots hervorgegangen ist. Combots ist an United Internet beteiligt, seit das Unternehmen sein Portal web.de, das der Firma früher den Namen gab, 2005 an United Internet verkauft hatte.

Telefonica hat in Deutschland eines der größten Wettbewerbsnetze zur Deutschen Telekom ausgebaut, bietet aber bislang nicht direkt Anschlüsse an Endkunden an. Telefonica stellt Konkurrenten wie Hansenet, Freenet und United Internet sein Netz zur Verfügung. Diese bieten dann die DSL-Anschlüsse unter ihrem eigenen Namen an. Auch die Konzernschwester O2 vermarktet DSL-Anschlüsse über das Telefonica-Netz.

In der Branche galt ein Verkauf schon länger als ausgemacht. Als Interessenten wurden verschiedene Unternehmen, wie Telefonica oder Versatel gehandelt. UI-Chef Dommermuth hatte gesagt, sollte Hansenet zum Verkauf stehen, würde man sich das ansehen. Hansenet sei interessanter als das DSL-Geschäft von Freenet. Letzteres steht schon seit Monaten zum Verkauf. Vodafone-Deutschland-Chef Friedrich Joussen hatte vor einigen Tagen zu dem Thema gesagt: "Hansenet ist interessant, weil das Unternehmen größer ist. Aber es gibt zurzeit keine konkreten Gespräche."

Der DSL-Markt ist hart umkämpft. Das Akquirieren von Kunden kostet viel Geld, weshalb sich ein Zukauf rentieren kann. Zugleich sind aber wegen des Preiswettbewerbs die monatlichen Erlöse pro Kunde stark gesunken, was sich auch in den Preisvorstellungen möglicher Käufer niederschlägt.(Reuters)

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