Sprachförderung bewirke "Segregation statt Integration"

13. März 2009, 16:15
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Verein fordert die Stadtschulratspräsidentin auf, das Wiener Modell zurückzuziehen

Wiener Kinder, die zum Zeitpunkt der Schuleinschreibung im Frühjahr keine ausreichenden Deutschkenntnisse vorweisen können, werden ab Herbst in Vorschulklassen geschickt. Das Netzwerk Sprachenrechte befürchtet reine Ausländerklassen und "Segregation statt Integration".

"Verletzt Sprachenrechte"

In einem Brief wendet sich der Verein, ein Teil des Kindergartenpädagoginnennetzwerkes "Plattform Educare", an Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl und an Unterrichtsministerin Claudia Schmied. Es bestehe die Gefahr, dass reine Ausländerklassen entstehen und die Kinder nicht von gleichaltrig deutschsprachig Aufgewachsenen lernen können.

„Eine derartige Maßnahme ordnet Mehrsprachigkeit in eine Kategorie mit Entwicklungsdefiziten z.B. im motorischen Bereich ein", argumentiert Verena Plutzar vom Netzwerk in dem Schreiben. Mehrsprachigkeit werde als Stigma, nicht als Vorteil dargestellt.

Mehr Ressourcen gefordert

Das Wiener Sprachförderungsmodell sei demnach kontraproduktiv. "Wir fordern die Verantwortlichen auf, dieses Modell zurückzuziehen und
mehrsprachige Kinder, die die deutsche Sprache noch nicht ausreichend beherrschen, wie bisher als außerordentliche SchülerInnen in normalen Volksschulklassen einzuschulen, sowie die nötigen Ressourcen für eine sinnvolle Deutsch- und Muttersprachförderung im Regelklassenverband bereitzustellen."

Das Netzwerk Sprachenrechte ist mit seiner Kritik nicht allein. Mehrere Pädagogen richteten sich bereits an den Wiener Bürgermeister Michael Häupl (DER STANDARD berichtete). (red/derStandard.at, 13. März 2009)

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