Uni-Mitarbeiter kassierten Geld von Studierenden

13. März 2009, 14:32
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Professoren, Assistenten und Beamten wird illegaler Geldfluss vorgeworfen - Anti-Korruptionsprozess in Zagreb: 16 Uni-Mitarbeiter vor Gericht

Zagreb - In der kroatischen Hauptstadt Zagreb beginnt am heutigen Freitag ein Prozess wegen mutmaßlichen Korruptionsfällen an kroatischen Universitäten und Hochschulen. Angeklagt sind insgesamt 16 Personen, darunter ranghohe Lehrbeauftragte diverser Fakultäten. Den Professoren sowie Assistenten und Verwaltungsbeamten wird vorgeworfen, unter der Hand illegale Gebühren kassiert zu haben, um Studenten die Zulassung zur Universität zu ermöglichen. Auch Prüfungsfragen sollen gegen Geldzuwendungen verraten worden sein.

Universitäten gestürmt

Die Korruption an den Hochschulen in Zagreb war durch eine aufsehenerregende Polizeiaktion an die Öffentlichkeit gekommen. Im September des Vorjahres stürmten bewaffnete Polizisten mehrere Institute der Universität in der Hauptstadt und nahmen mehr als 20 Professoren zu Verhören mit.

Der damals amtierende Innenminister Berislav Roncevic sprach hernach von einer lange geplanten Maßnahme im Rahmen der "Anti-Korruptionsstrategie" der Regierung. Roncevic wurde nach einer Reihe aufsehenerregender Auftragsverbrechen, die Mitte Oktober das Land erschütterten, durch Tomislav Karamarko ersetzt.

Geld für Zulassung und Prüfungen

Für eine Zulassung zum Universitätsstudium seien bis zu 9.000 Euro kassiert worden, berichtete die Nachrichtenagentur Hina, für eine positive Beurteilung eines Examens waren angeblich Summen zwischen 400 und 2.000 Euro im Spiel. Die Polizei durchsuchte im Rahmen der "Aktion Indeks" Universitätsbüros, Wohnungen und die Autos von 73 Personen. Bei einer Person seien 25 Studienbücher und 25.000 Euro gefunden worden.

"Indeks" muss auch in Zusammenhang mit Kroatiens Bestrebungen in Richtung eines EU-Beitritts gesehen werden. Im Laufe der - momentan wegen des Grenzstreits mit Slowenien blockierten - Beitrittsverhandlungen hatte die EU kritisiert, dass Korruption in Kroatien weit verbreitet und in der Bevölkerung tief verwurzelt sei. (APA)

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