Mutmaßlicher Mörder gefasst

13. März 2009, 14:07
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Giovanni Strangio wurde in Amsterdam gefasst - Er soll bei dem Massaker im August 2007 sechs Menschen getötet haben

Duisburg/Rom - Gut eineinhalb Jahre nach dem Mafia-Massaker in Duisburg ist der mutmaßliche Haupttäter Giovanni Strangio in den Niederlanden gefasst worden. Der wegen sechsfachen Mordes mit internationalem Haftbefehl gesuchte Italiener wurde in der Nacht auf Freitag von einem niederländischen Spezialeinsatzkommando in einer Wohnung im Zentrum von Amsterdam überwältigt.

Mit Strangio wurde sein Schwager Francesco Romeo festgenommen. Der in Italien bereits zu neun Jahren Haft verurteilte Romeo gilt als möglicher Mittäter bei dem Blutbad in der Ruhrgebietsstadt.

Der mutmaßliche Mafia-Killer leistete bei seiner Festnahme keinen Widerstand. Doch wurden in der Fünf-Zimmer-Wohnung, in der Strangio und Romeo mit ihren Familien lebten, eine Waffe, zahlreiche gefälschte Pässe, eine Maschine zur Herstellung gefälschter Papiere und ein Geldbetrag von wahrscheinlich mehr als einer Million Euro sichergestellt.

Der 30-jährige, aus dem kalabrischen Siderno stammende Giovanni Strangio wird für eines der schwersten Verbrechen der deutschen Kriminalgeschichte verantwortlich gemacht. Am 15. August 2007 waren in der Nähe des Duisburger Hauptbahnhofs vor dem Restaurant "Da Bruno" sechs Italiener im Alter zwischen 16 und 39 Jahren erschossen worden. Das Vorgehen erinnerte an eine Hinrichtung. Hintergrund der Tat war den bisherigen Ermittlungen zufolge ein seit 1991 in Süditalien schwelender Mafiakrieg zwischen konkurrierenden Clans.

Strangio stand schnell unter dringendem Verdacht, für die Morde verantwortlich zu sein. Tatmotiv könnte Blutrache sein. Denn eines der Opfer des Duisburger Blutbades, der 25-jährige Marco Marmo, soll am 25. Dezember 2006 im kalabrischen San Luca eine Verwandte von Giovanni Strangio erschossen haben. (APA/ag.)

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