Proteinmangel legt Toxoplasmose-Parasit lahm

13. März 2009, 13:08
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Nun steht die Funktion des Proteins im Malaria-Erreger im Visier

Heidelberg - Die Infektionskrankheit Toxoplasmose wird vor allem von Katzen auf den Menschen übertragen und ist besonders für das ungeborene Baby im Mutterleib gefährlich. Fehlt dem Erreger ein bestimmtes Protein, kann er menschliche Zellen aber nicht mehr befallen, wie Forscher der Uniklinik Heidelberg entdeckten.

Toxoplasmose wird durch den Parasiten Toxoplasma gondii übertragen. Die Ansteckung erfolgt meist entweder direkt über Katzenkot oder - etwa bei der Gartenarbeit - durch Kontakt zu Lebensmitteln und Erde, die damit verunreinigt sind. Die meisten Infektionen verlaufen unbemerkt. Aber in der Schwangerschaft kann der Erreger Fehlgeburten oder Missbildungen des Kindes verursachen. Auch für Personen mit geschwächtem Immunsystem ist die Erkrankung bedrohlich.

Lahmlegung

Im Organismus dringt der Parasit in Zellen ein, vermehrt sich dort und befällt dann weitere Körperzellen. Die Heidelberger Forscher erzeugten nun eine Mutation des Erregers, in der die Funktion des Proteins Dynamin B gestört ist. Die veränderten Parasiten verbleiben laut einem Bericht in der Zeitschrift "Current Biology" in der Wirtszelle und sind somit lahmgelegt.

Das Protein ist nach Angaben der Universität auch im Malaria-Erreger vorhanden. "Wir werden jetzt genauer untersuchen, welche Funktion Dynamin B im Malaria-Erreger hat und ob dies ein Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer Malaria-Medikamente ist", sagt Markus Meissner vom Hygiene-Institut der Universität. (APA/AP)

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