Türkei soll Homosexuelle besser schützen

13. März 2009, 13:01
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Human Rights Watch fordert nach Ermordung von Kämpferin für Rechte der Transsexuellen mehr Schutz

Istanbul - Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat die Türkei zu einem besseren Schutz von Homosexuellen aufgefordert. In einer am Freitag verbreiteten Erklärung reagierte die Organisation damit auf die Ermordung von Ebru Soykan, die sich in Istanbul für die Rechte von Transsexuellen eingesetzt hatte und am Dienstag von einem Mann erstochen worden war. Soykan hatte sich vorher bei den Behörden über Angriffe und Morddrohungen eines Mannes beschwert.

Schutzpflichten

Solange es kein Antidiskriminierungsgesetz zum Schutz von Homosexuellen gebe und die Polizei ihre Schutzpflichten nicht ernst nehme, werde es weitere Morde geben, erklärte Human Rights Watch. Es gebe ein Klima der Gewalt. "Wenn es um Menschenleben geht, kann die Türkei ihre Verpflichtungen nicht weiter ignorieren", sagte eine Mitarbeiterin der Organisation.

Soykan war in der türkischen Homosexuellen-Gruppe Lambda führend aktiv. Die Organisation geriet mehrfach unter Druck der Behörden. So hatte das Büro des Gouverneurs in Istanbul beantragt, Lambda zu verbieten, weil die Gruppe die Moral verletze und türkische Familienwerte missachte. Daraufhin erklärte ein Gericht die Vereinigung für aufgelöst, führte dabei aber Fehler im Statut von Lambda an. An der Entscheidung gab es Kritik aus dem Ausland. Lambda setzt sich für die Rechte von Schwulen, Lesben und Transsexuellen in der Türkei ein. (APA/dpa)

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