Turiner Grabtuch sponsored by Kappa

13. März 2009, 14:23
5 Postings

Die Bekleidungsfirma Kappa greift der Kurie unter die Arme

Rom - Das weltberühmte "Grabtuch Christi", das wieder im Jahr 2010 in Turin ausgestellt wird, bekommt einen "Sponsor". Wegen der hohen Kosten, die mit der Ausstellung verbunden sind, hat das Komitee für die Ausstellung des Grabtuches die Turiner Bekleidungsfirma Robe di Kappa als Sponsor gewählt. Sie soll teilweise für die Kosten in Höhe von zehn Millionen Euro aufkommen, mit denen die Kurie für die Ausstellung des Grabtuches rechnet, berichtete die Turiner Tageszeitung "La Stampa" am Donnerstag.

"Zum ersten Mal öffnen wir uns nicht-traditionellen Sponsoren, wie Bankstiftungen. Wir erleben eine schwierige wirtschaftliche Phase, und mit der Ausstellung des Grabtuches sind hohe Kosten verbunden. Wenn uns Unternehmen helfen wollen, sind sie willkommen", sagte Marco Bonatti, Sprecher des Ausstellungskomitees.

Robe di Kappa, die für Sport- und Freizeitbekleidung international bekannt ist und die italienische Fußball-Nationalmannschaft sponsert, wird unter anderem die Freiwilligen ausrüsten, die die Gläubigen beim Besuch des Grabtuches begleiten werden. Auch der Telekom-Konzern Fastweb will die Ausstellung finanzieren.

Die Wahl von Robe di Kappa zum Sponsor der Grabtuch-Ausstellung sorgt für Aufsehen in Turin. 1973 hatte der Vatikan gegen eine Werbekampagne der Firma protestiert, die mit dem Slogan "Du sollst keine Jeans außer mir haben" geworben hatte. "Das ist eine alte Geschichte. Wir wollten damals nicht die Kirche irritieren. Es gibt in unserer Produktion nichts, was die Kirche in irgendeiner Weise beleidigen könnte", sagte Firmenpräsident Marco Boglione.

Das Grabtuch soll zwischen April und Juni 2010 im Dom ausgestellt werden. Zuletzt war das Turiner Grabtuch 1998 und im Jubiläumsjahr 2000 gezeigt worden. Auch der Papst will es besuchen. Das Grabtuch war im April 1997 unter dramatischen Umständen in letzter Minute vor den Flammen aus dem Turiner Dom gerettet worden. Die Renaissance-Kirche und der angrenzende Königspalast waren damals schwer beschädigt worden. Es gibt keine genaue Regel, wann das Grabtuch gezeigt werden soll. Die Ausstellung wird vor allem von der wissenschaftlichen Gemeinschaft gefordert. Sie will neue Experimente durchführen, um die Echtheit der Reliquie festzustellen. (APA)

  • So wird das  Sponsoring des Turiner Grabtuchs wohl hoffentlich nicht aussehen.
    fotos: epa/kappa montage: bruckner

    So wird das  Sponsoring des Turiner Grabtuchs wohl hoffentlich nicht aussehen.

Share if you care.