Ringier kauft Mehrheit an ältester serbischer Zeitschrift

13. März 2009, 10:51
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Mediengruppe erwarb 61,5 Prozent an "NIN" um 810.000 Euro

Die Schweizer Mediengruppe Ringier hat die älteste serbische Wochenzeitschrift "NIN" gekauft. Wie die serbische Privatisierungsagentur am Freitag mitteilte, wird die Mediengruppe 810.000 Euro für einen 61,5-prozentigen Anteil bezahlen. Außerdem verpflichtete sich Ringier zu Investitionen in der Höhe von 186.607 Euro. Am Erwerb der Wochenzeitschrift war auch das Belgrader Boulevardblatt "Vecernje novosti" interessiert, das allerdings nur 760.000 Euro angeboten hat.

Die 1935 gegründete Zeitschrift befindet sich zu 87 Prozent im Staatsbesitz, 10 Prozent gehören dem Zeitungsverlag "Politika" und die restlichen 3 Prozent den Mitarbeitern der Zeitschrift. "NIN" hat laut offiziellen Angaben 2007 einen Umsatz von 1,5 Mio. Euro erzielt. Der Gewinn belief sich auf 12.000 Euro. Die Zeitschrift beschäftigt 36 Mitarbeiter und hat eine Auflage von 1,1 Millionen Stück jährlich. Die Zeitschrift wurde nach dem Zweiten Weltkrieg durch ihren "NIN"-Literaturpreis bekannt, welcher inzwischen zum wichtigsten Literaturpreis Serbiens geworden ist. Im Vorjahr ging der "NIN"-Preis an den Botschafter Serbiens in Wien, Dragan Velikic, für seinen jüngsten Roman "Russisches Fenster".

Ringier ist auf dem serbischen Medienmarkt seit 2004 präsent. Im Besitz des Konzerns, der inzwischen zum führenden Zeitungsverlag Serbiens geworden ist, befinden sich neben "Blic", auch die Tageszeitungen "24 sata" und "Alo" sowie die Wochenzeitschriften "Blic Plus" und "Blic zena" mit insgesamt 470 Mitarbeitern. Die drei Tageszeitungen haben laut früheren Medienberichten eine Auflage von mehr als 500.000 Exemplaren täglich.

Der Schweizer Medienkonzern beschäftigt mehr als 7.000 Mitarbeiter und ist neben der Schweiz auch in Deutschland, Tschechien, Ungarn, Rumänien, in der Slowakei, Serbien China und Vietnam vertreten. Zum Konzern gehören mehr als 120 Zeitungen und Zeitschriften, rund 20 Fernsehprogramme, 50 Internet-Portals und 12 Druckereien. (APA)

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