Ölteppich bedroht Ostküste

13. März 2009, 11:17
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60 Kilometer Strand verschmutzt - Frachter hatte leckgeschlagen - Ausmaß weit größer als zunächst angenommen - Auch National-
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Brisbane - An der sogenannten Sonnenscheinküste Australiens hat sich auf einer Länge von 60 Kilometern ein Ölteppich ausgebreitet. Mehrere Tonnen Öl aus dem leckgeschlagenen Frachter "Pacific Adventurer" wurden am Freitag an einigen der beliebtesten Strände des Landes angespült. Die Behörden des Staates Queensland erklärten die Region zum Katastrophengebiet und kündigten Schadenersatzforderungen an die Reederei in Höhe von mehreren Millionen Dollar an.

Das Ausmaß der Umweltschäden ist weit größer als zunächst angenommen. Das ausgelaufene Schweröl verschmutzt die Strände von Queensland auf einer Länge von 60 Kilometern, berichteten die Umweltschutzbehörden am Freitag. Überall waren freiwillige Helfer im Einsatz, um Schildkrötennester zu retten und verschmutzte Vögel zu säubern. Die Regierungschefin von Queensland sprach von dem möglicherweise schlimmsten Umweltdesaster, das die Region je gesehen habe. Das Containerschiff war am Mittwoch vor Brisbane verunglückt. Dutzende Tonnen Schweröl liefen aus.

Die 180 Meter lange "Pacific Adventurer" aus Hongkong hatte in schwerer See 31 mit Chemikalien gefüllte Container verloren. Einer davon beschädigte bei dem Sturz den Tank mit dem Schweröl, das als Kraftstoff für den Dieselmotor dient. Der Kapitän hatte den Verlust zunächst mit 30 Tonnen angegeben. "Wir wissen, dass das Schiff 100 Tonnen lagern konnte, das heißt, die ausgelaufene Menge kann irgendwo zwischen 30 und 100 Tonnen liegen, aber sicherlich deutlich höher als 30", sagte die Regierungschefin von Queensland, Anna Bligh.

Strafe in Millionenhöhe

Zunächst war von 43 Tonnen Öl die Rede, die ins Meer geflossen seien. Später räumte die britische Reederei Swire ein, dass es sich um eine erheblich größere Menge handle. Die Regierung in Queensland warf dem Unternehmen vor, sie über das Ausmaß der Verschmutzung getäuscht zu haben. Die Schifffahrtsbehörde erklärte, das mittlerweile in einem australischen Hafen liegende Schiff werde erst dann wieder freigegeben, wenn alle Fragen geklärt seien.

Dem Schiffseigner droht nach australischem Recht eine Strafe von umgerechnet einer Million Euro, er kann für Umweltschäden noch einmal mit rund 125 Millionen Euro zur Kasse gebeten werden. Die Reederei sagte Hilfe bei der Beseitigung der Ölverschmutzung zu. Man stehe in Gesprächen mit der Regierung, wer die Kosten trage.

Nationalparks betroffen

Am schwersten betroffen waren die Nationalparks auf den Inseln Moreton und Bribie nördlich von Brisbane. Mitarbeiter der Umweltschutzbehörde fanden nach eigenen Angaben bisher 13 Vögel mit ölverschmiertem Gefieder. Räumfahrzeuge rückten an, um den schwarz verseuchten Sand abzutragen. Die Behörden befürchteten, dass sich die Lage in den kommenden Tagen weiter verschlechtern wird. Das südlich von der Sonnenscheinküste gelegene weltberühmte Great Barrier Reef war nicht bedroht.

Der "Pacific Adventurer" hatte am Mittwoch auf dem Weg nach Indonesien in einem Zyklon 31 Container mit Dünger verloren. Einige Container beschädigten die Treibstofftanks des Schiffes, aus denen nach Angaben der britischen Reederei Swire mehr als 42,5 Tonnen Öl ausliefen. Swire äußerte Bedauern über die Verschmutzung und kündigte an, sich an den Reinigungskosten zu beteiligen. (APA/AP)

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    Mehrere Tonnen Öl aus dem leckgeschlagenen Frachter "Pacific Adventurer" wurden am Freitag angespült.

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    Das ausgelaufene Schweröl verschmutzt die Strände von Queensland auf einer Länge von 60 Kilometern.

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    Überall waren freiwillige Helfer im Einsatz, um Schildkrötennester zu retten und verschmutzte Vögel zu säubern.

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