Meuternde Soldaten fahren Panzer auf

13. März 2009, 17:29
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Präsident forderte Bevölkerung auf, meuternde Truppen zurückzuschlagen, um ihn und seinen Palast zu verteidigen

Antananarivo - Im Machtkampf auf Madagaskar wird jetzt offensichtlich das Militär aktiv. Augenzeugen berichteten am Freitag über Panzerfahrzeuge in Außenbezirken der Hauptstadt Antananarivo. Es handele es sich um bewaffnete Mannschaftstransporter, die offenbar aus einem Militärdepot außerhalb der Hauptstadt stammen und in eine von meuternden Soldaten gehaltene Kaserne gebracht wurden.

Der bedrängte Präsident Marc Ravalomanana (59) wandte sich in einem öffentlichen Hilferuf an seine Anhänger und bat sie, ihn an seinem Regierungssitz zu schützen. Seine Präsidentengarde hat nach unbestätigten Medienberichten begonnen, ihre Posten zu verlassen. Die im Präsidentenpalaste untergebrachten nationalen Rundfunk- und Fernsehsender stellten am Nachmittag unvermittelt ihren Betrieb ein.

Über 140 Tote

Auf der Insel stehen sich die Regierung des angeschlagenen Staatspräsidenten Ravalomanana und die Demokratiebewegung des selbst ernannten Präsidenten einer Übergangsregierung, Andry Rajoelina, gegenüber. Der seit Wochen andauernde erbitterte Machtkampf hat bisher mehr als 140 Menschen das Leben gekostet, Hunderte wurden verletzt.

US-Botschafter Niels Marquardt hatte am Donnerstagabend im nationalen Fernsehen erklärt, das Land steuere auf einen Bürgerkrieg zu. Seine Botschaft habe daher Familien und Mitarbeiter, die nicht unbedingt benötigt werden, sowie andere US- Bürger zum Verlassen des Landes aufgefordert. Die deutsche Botschaft wollte in Absprache mit anderen europäischen Vertretungen zunächst keine Ausreise-Empfehlung geben.

Während der senegalesische Präsident Abdoulaye Wade die beiden Kontrahenten Ravalomanana und Rajoelina zu Schlichtungsgesprächen in die Hauptstadt Dakar eingeladen hat, gingen die Gewaltakte auf der Insel weiter. Unbekannte verübten einen Brandanschlag auf das Haus des katholischen Erzbischofs Odon Marie Arséne Razanakolona, der aber weitgehend folgenlos blieb. Der Präsident des Rates christlicher Kirchen leitet auf Bitten der Vereinten Nationen die Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien. (APA/dpa)

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    Soldaten vor dem Verteidigungsministerium in der Hauptstadt Antananarivo. 

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