WWW-Erfinder warnt vor Bespitzelung durch Internet-Konzerne

13. März 2009, 10:33
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Persönliche Nutzer-Informationen eine Goldgrube für Google, Microsoft und Co.

Einem Bericht des britischen Guardians zufolge, warnt der Erfinder des World Wide Web (WWW) Tim Berners-Lee vor zunehmender Bespitzelung der Internetnutzer. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion sprach er sich strikt gegen das umstrittene  Phorm-Projekt der British Telecom aus, wonach die Web-Nutzung der Kunden überwacht werden soll, um passend zum Surf-Verhalten Werbung einblenden zu können.

Heikle Infos

Darüber hinaus äußerte Berners-Lee auch seine Bedenken gegenüber der Art und Weise, wie Menschen das Internet heutzutage nutzen. Immer mehr Anwender richten sich mit persönlichen Fragen an Betreiber von Webseiten und tauschen über soziale Netzwerke private Angelegenheiten, wie Gesundheit und soziale Interaktionen, aus. Betreibern der Seite ermöglicht dies, heikle Informationen über Nutzer zu sammeln.

David gegen Goliath

Kritik geht auch von der Veranstalterin der Versammlung aus. Die liberale Demokratin Lady Miller richtet sich in diesem Fall ganz deutlich an die Branchenführer Google, Microsoft und zahlreiche andere Konzerne, die das Internet wie eine Goldgrube behandeln würden und nur darauf warten, gesammelte Nutzerdaten an den Höchstbietenden zu verkaufen.

Berners-Lee räumt ein, dass der kommerzielle Druck enorm hoch sein wird, diese Daten herauszugeben.

Lösung

Verschlüsselungsmethoden hält der Vater des WWW für wenig praktikabel. So könne zwar die Kommunikation mehr oder weniger gut geschützt werden, sie würde dadurch gleichzeitig aber auch verlangsamt.

Wichtiger wären klare Richtlinien, die besagen, dass die Herausgabe persönlicher Daten durch Dritte illegal ist. (zw)

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    Tim Berners-Lee warnt vor Bespitzelung durch Internetkonzerne

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