Gildemeister richtet sich auf schlechte Zeiten ein

12. März 2009, 17:03
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2008 hatte Gildemeister bei einem Umsatz von 1,9 Milliarden Euro 81 Millionen Euro verdient

Bielefeld - Die Jahre, in denen der Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister Rekordwerte verbuchte, sind erst einmal vorbei. "Auch wenn die Konjunktur wieder anspringt, werden wir vorerst bei weitem nicht mehr das Vorjahresniveau erreichen", kündigte Firmenchef Rüdiger Kapitza am Donnerstag in Bielefeld an. Seit dem vierten Quartal 2008 sei es abwärtsgegangen, "in einem sehr schnellen und nie dagewesenen Maße".

Der Ende vergangenen Jahres aufgelaufene Auftragsbestand von rund 727 Mio. Euro werde dem Konzern im ersten Halbjahr zwar noch einigermaßen über die Runden helfen; noch werde unter Vollauslastung gearbeitet. Damit könnte Gildemeister 2009 noch glimpflich überstehen. "Was dann kommt, ist noch nicht absehbar. Licht am Ende des Tunnels sehe ich noch nicht", betonte Kapitza. Eine genaue Prognose für 2009 wagte er daher nicht. Fest stehe, dass die Wirtschaftskrise die Umsatzentwicklung "deutlich" beeinträchtigen werde. Für das erste Quartal kündigte Kapitza ein Umsatzminus von rund zehn Prozent an, der Vorsteuergewinn dürfte noch mal einen zweistelligen Millionenbetrag erreichen.

Mehr Dividende

2008 hatte Gildemeister bei einem Umsatz von 1,9 Mrd. Euro 81 Mio. Euro verdient. Die Aktionäre sollen eine um fünf auf 40 Cent erhöhte Dividende bekommen. An der Börse kamen diese Nachrichten gut an: Die im MDax notierte Aktie stieg um fast vier Prozent auf 4,78 Euro.

Als größte Schwierigkeit machte Kapitza die Finanzierung aus. Auf der ganzen Welt hätten die Kunden Schwierigkeiten, bei den Banken Kredite zu bekommen. Wegen der trüben Aussichten tritt Gildemeister auf die Kostenbremse, 60 Mio. Euro sollen in diesem Jahr gespart werden. Unter anderem will sich der Konzern von seinen rund 500 Leiharbeitern trennen sowie von rund 250 befristet Beschäftigten. Dann wird der Konzern noch etwa 6.000 Mitarbeiter weltweit beschäftigen. Finanziell sei Gildemeister für schlechte Zeiten aber gewappnet, betonte Kapitza. Die Finanzierung sei auf fünf bis sieben Jahre gesichert und die Nettofinanzschulden auf 120 Mio. Euro reduziert.(APA)

 

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