Zoellick: Osteuropa besonders hart getroffen

12. März 2009, 16:59
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Der Weltbank-Chef fordert vom G20-Gipfel Lösungen für den Banksektor und schätzt, dass die Weltwirtschaft heuer zwischen ein und zwei Prozent schrumpfen werde

London - Die Weltwirtschaft sehe sich mit dem schlimmste wirtschaftlichen Umfeld seit der internationalen Krise der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts konfrontiert. Besonders hart getroffen seien die Länder Mittel- und Osteuropas, in denen besonders viele Fremdwährungskredite vergeben wurden, die zu einer höheren Verschuldung in lokaler Währung geführt hätten, so Weltbank-Chef Robert Zoellick gegenüber der Tageszeitung "Daily Mail" (Donnerstag-Ausgabe).

Dieses Problem war vor allem in Ungarn deutlich zu beobachten, nachdem jene ungarischen Hauseigentümer besonders hart getroffen wurden, die ihre Hypotheken in Schweizer Franken aufgenommen hatten. Nachdem der ungarische Forint dramatisch an Wert verloren habe, müssen die Hauseigentümer größere Rückzahlungen leisten.

100 Milliarden Dollar

Für heuer stünden der Weltbank rund 100 Mrd. Dollar (78,2 Mrd. Euro) zusätzlich für die Vergabe von Krediten an dafür vorgesehene Staaten zur Verfügung, die allerdings nicht zu den ärmsten Ländern zählen, so Zeollick. Darüber hinaus wolle man weitere Mittel kommen, etwa von der Weltbank-Tochter International Finance Corporation (IFC). Es könnten von IFC bis zu 30 Mrd. Dollar in den nächsten drei Jahren zur Verfügung stehen.

Generell sprach Zoellick von "ernsten und gefährliche Zeiten". Er schätzt, dass die Weltwirtschaft heuer zwischen 1 und 2 Prozent schrumpfen werde. Der internationale Handel werde voraussichtlich den größten Rückgang seit 80 Jahren erleben, zitierte die Zeitung Zoellick weiter. Deshalb fordert er, dass beim G20-Gipfel am 2. April die Lösung der Probleme im Bankensektor im Zentrum der Gespräche stehen soll. Konjunkturprogramme würden nur für ein vorübergehendes Hoch sorgen, wenn das Bankensystem nicht wieder in Ordnung gebracht werde. (APA)

 

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