Mehr als 100 tote Schweinswale angespült

12. März 2009, 15:18
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Zum Teil "furchtbar zerstückelte" Kadaver - Möglicherweise Fischereiskandal

Amsterdam/München - An der niederländischen Küste sind in den vergangenen drei Monaten mehr als 110 tote Schweinswale angespült worden. Die zum Teil "furchtbar zerstückelten" Kadaver deuteten auf einen Fischereiskandal hin, teilte die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) am Freitag in München mit. Die niederländische Polizei sprach von einem Rätsel. Noch nie seien so viele tote und verstümmelte Schweinswale angespült worden. Nach Polizeiangaben werden die Kadaver der Meeressäuger von Tierärzten der Universität Utrecht untersucht.

"Wir nehmen an, dass sich die Schweinswale in den Netzen von Fischerbooten verfangen haben und ertrunken sind", sagte der Sprecher der niederländischen Meeresschutzorganisation Ecomare. Viele Fischer würden auch lebende Schweinswale in den Netzen mit Messern töten, um ihre relativ teuren Netze nicht zu gefährden. Die Organisation forderte von den niederländischen Behörden, die gegenwärtig benutzten Netze zu verbieten und allen Kuttern solche vorzuschreiben, die Schweinswale mit einem Unterwassergeräusch verscheuchen.

Die GRD hält es anhand der ungewöhnlichen Netzabdrücke auf den Kadavern auch für möglich, dass es sich bei den Tätern um illegal operierende Piratenfischer handelt. Warum gerade jetzt so viele Schweinswalkadaver angespült worden seien, bleibe rätselhaft. Vermutlich lockten große Mengen von Heringen und Sprotten die im Winter an die Küsten wandernden Schweinswale an. (APA/dpa)

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