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"Killerspiele nicht die Ursache für Amokläufe"

12. März 2009, 15:12

Medienwissenschafter: Medienpolitik ist nicht der Schlüssel, um so etwas zu verhindern

In Ballerspielen sind sie der Held, in der Schule der große Außenseiter. Können Killerspiele wie "Counter-Strike" oder gewaltverherrlichende Filme für reale Gewalttaten verantwortlich gemacht werden? Wer das behauptet, macht es sich zu einfach, sagte der Deutsche Sebastian Strüber, der sich in einer Studie mit genau diesem Thema beschäftigt hat. Man könne ja auch nicht sagen "wer sich Rocky anschaut, erschlägt seinen Nachbarn". Und genauso wenig ist jemand, der "Counter-Strike" spielt, ein potenzieller Amokläufer, meinte der Autor gegenüber der APA.

Zeitfaktor

Jugendliche, die Ballergames spielen, tun dies - den Ergebnissen seiner Untersuchung zufolge - intensiv, viele Stunden am Tag. In Strübers Interviews haben Spieler angegeben, dass sie "48 Stunden am Stück durchspielen" können, sagte er. Das Problem sei weniger der Inhalt als der intensive Zeitfaktor. "Das Spiel wird zum Lebensinhalt, Jugendliche verlieren die Selbsteinschätzung", meinte Strüber. In der Schule haben sie vielleicht keine Freunde, sind frustriert und im Spiel sind sie der Held. Diese Spiel habe laut Strüber einen extrem hohen Suchtfaktor.

Teamgedanke

"Counter-Striker" spielen aber in erster Linie nicht, um Aggressionen abzubauen, es herrsche ein großer Teamgedanke vor. "Ich behaupte aber schon, wenn Leute ihre ganze Zeit dem Spiel verschenken und sich ein virtuelles soziales Geflecht aufbauen, dann kann das zu gewissen Aggressionen führen." Das betreffe aber andere Spiele genauso. Korrelationen zwischen gewalttätigen Inhalten und aggressivem Verhalten treffen wenn, dann aber auch für Horrorfilme oder andere gewaltverherrlichende Filme zu, meinte der Autor. Brutale Filme wie "Saw" leben ebenfalls von Aggressivität und erfreuen sich großer Beliebtheit. "Hier wählt man auch bewusst und aktiv einen gewaltverherrlichenden Film aus", meinte Strüber.

Studie

Sebastian Strüber hat nach dem Erfurter Attentat vom 26. April 2002 in einer Studie herausgearbeitet, inwiefern Spiele wie "Counter-Strike" - das damals in die Schlagzeilen geraten ist - für reale Gewalttaten verantwortlich gemacht werden kann. Er kam zu dem Ergebnis, dass man keinen konkreten Zusammenhang zwischen dem Spiel und realen Aggressionen herstellen könne, "weil die Persönlichkeiten einfach zu unterschiedlich sind". Den typischen Nutzer gäbe es nicht. Menschen aus allen Schichten würden es spielen, so der Autor.

Die richtigere Diskussion im Zusammenhang mit Amokläufen wäre aber sich zu fragen, woran es gelegen hat. "Familiäre Strukturen, Freundeskreis, mangelndes Selbstwertgefühl, was war es?", fragte Strüber. Ohne es verharmlosen zu wollen, "das Motiv ist nicht, dass er diese Spiele gespielt oder diese Filme gesehen hat".

Überholtes Modell

In eine ähnliche Kerbe schlägt Jürgen Grimm, Medien- und Kommunikationswissenschafter an der Universität Wien, der sich seit mehr als 15 Jahren mit Medienwirkungsforschung beschäftigt. In den Anfängen ging die Wissenschaft davon aus, "dass das was ich zeige, imitiert wird", sagte Grimm im Gespräch mit der APA. "Diese Modell betrachte ich als überholt", meinte er.

Anders als Strüber unterscheidet Grimm aber sehr wohl zwischen Filmen und sogenannten "Ego-Shooter"-Spielen wie "Counter-Strike". Bei derartigen Games schlüpfe der Rezipient meist gleich in die "vorgegebene Täterrolle". Die Möglichkeit, sich mit dem Opfer zu identifizieren sei oft gar nicht mehr gegeben. Daher haben solche Spiele ein anderes bzw. höheres Wirkungsrisiko was Aggressionen angeht.

"Robespierre-Effekt"

Grimm geht davon aus, dass Gewaltdarstellungen im Film beim Seher zunächst eine Identifikation mit dem Opfer auslösen und zu diesen eine emotionale Nähe - empathische Empfindungen - entwickeln. Er bezeichnet es als "Robespierre-Effekt", wenn Zuseher Rachegefühle positiv bewerten, weil sie dadurch eine Befreiung vom Leiden empfinden.

Gewalt in den Medien erzeugt Wirkung, so Grimm, "diese kann aber sowohl aggressionssteigernd als auch -mindernd sein". Der Schlüssel des Ganzen sei, wie der Rezipient die Opfererfahrung weiterverarbeitet, meinte der Wissenschafter.

Keine Lösung durch Medienpolitik

Würde man sich mit dem Täter identifizieren und wie der Verbrecher im Film "rot sehen", dann wäre laut Grimm ein Gefahrenpotenzial in den Medien konstatierbar. Der Amoklauf könne laut Grimm als fehlgeleitete Opferverarbeitung gedeutet werden. Im Grunde gäbe es ein breites Spektrum an Verhaltensweisen, die das Filmschauen auslösen kann. Die Medienpolitik sei aber nicht der Schlüssel um so etwas zu verhindern. (APA)

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Endless_Zockerin
00
12.7.2009, 14:09

>Er kam zu dem Ergebnis, dass man keinen konkreten Zusammenhang zwischen dem Spiel und realen Aggressionen herstellen könne, "weil die Persönlichkeiten einfach zu unterschiedlich sind".<

Na also...
Ich gebs zu ich zock auch Shooter, aber nur weil es ein paar gibt, die glauben dass diese Pixelmännchen Real sind, oder was weiß ich was sie denken
heißt das noch lange nicht, dass _alle_ Shooter Spieler so verdorben sind D:

Jeder Mensch ist anders und daher wirken die Spiele auch auf jeden anders!

Dem Netz des Werbewahnsinns gerade entschlüpft
10
16.3.2009, 11:07
Mit Verboten ist das so eine Sache. Alkohol-, Drogen- und Prostitutionsverbote sind de facto gescheitert.


Allerdings haben sich diese "Angebote" bisher auf Erwachsenen oder zumindest auf Jugendliche gerichtet. Sie hatten bereits zumindest teilweise eine Unterscheidungsfähigkeit erworben und sich bewusst für diese Dinge entschieden.

Wie ist es aber mit Kindern?

Sie haben noch kein Unterscheidungsvermöegn ausgebildet, sondern machen alles nach, was von außen auf sie zukommt.

Nicht nur Killerspiele finden sich in den Kinderzimmern, es gibt auch bereits Vergewaltigungssimulatoren, die mit ultrarealistischer Grafik das virtuelle Schänden von Frauen ermöglichen.

In den letzten Jahren hat es einen rasanten Anstieg von Sexualstraftaten unter Jugendlichen gegeben.
Auch daran ist lt. unseren "Experten" das Wetter schuld und sonst nichts.

Nissia
00
30.3.2009, 09:25

Amokläufe druch Psychopharmaka
Unfassbar:
http://www.ssristories.com/index.php

Bitte unterschreiben:
Petition gegen verbotene Pharma- Schleichwerbung im TV:
http://www.gopetition.com/online/26241.html

(wir ändern sie mit der autorin damit sie auch an die EU Kommsiison ergeht (oder an die EMEA. Lustig, laut Hans Weiss unterliegt die EU zulassungsbehörde EMEA dem WIRSTCHFATS-Kommissar und nicht etwa den Kommissarinnenm für konsumentenschutz oder gesundheit.

Und die EMEA wird zu 2/3 von der pharma finanziert.

Pikantes detail: manche journalisten haben auf diesen obigen link mit "streichen sie mich aus ihrem verteiler" reagiert.

ich habe ihnen vorgeschlagen das pressegesetz zu überfliegen und an die presseförderung der steuerzahlerInnen erinnert :-)
--
Petition gegen Glühbirnenverbot - Gegen die Quecksilber Giftleuchten
http://www.gopetition.com/online/24092.html

Petition gegen verbotene Pharma- Schleichwerbung im TV:
http://www.gopetition.com/online/26241.html

FalscherProphet
00
16.3.2009, 11:56
aha, also solche

"rapesimulators" finden sich auch bereits häufig "in den Kinderzimmern" ??

askalex
04
15.3.2009, 05:42
Ein Verbot ...

... von Spielen mit gewaltsamen Inhalten ist nicht einmal ansatzweise durchsetzbar. Schon mal was von Internet und Raubkopien gehört, liebe Politiker und Experten?

Könnten wir jetzt bitte Ursachen diskutieren?

metacomet
22
14.3.2009, 21:14
mein gott leute, ihr seid ja wegen eines möglichen vebots eurer spiele ganz aus dem häuschen

gebt den menschen brot und spiele und wir können jede politik fahren wie wir wollen....

abau
01
14.3.2009, 20:21
Korrelation != Kausalität

"Korrelationen zwischen gewalttätigen Inhalten und aggressivem Verhalten treffen wenn, dann aber auch für Horrorfilme oder andere gewaltverherrlichende Filme zu, meinte der Autor."

Lineare Beziehungen (Korrelationen) gibt es zwischen vielen Dingen in dieser Welt.

Mit einer direkten kausalen Verbindung hat das nicht immer etwas zu tun.

Manche Menschen lesen Zeitschrift A und üben Sport B aus.
Es besteht eine hohe Korrelation. Weder bedingt jedoch Zeitschrift A die Ausübung von Sport B noch umgekehrt, wenn beides z.B. Ausdruck eines Interesses ist, oder aber Ausdruck einer sozialen Konvention, oder aber Personen dieses Verhalten aufzeigen, um bestimmte andere Personen zu beeindrucken usw.

Spiele machen Menschen nicht zu Amokläufern.

Robert Bond
32
14.3.2009, 19:13
kann mir jemand der herrn experten erklären

warum die US army ihre soldaten solche simulationen spielen lässt? vielleicht weil sie die hemmung, auf andere menschen zu schießen, reduziert???

Fried Locust
02
14.3.2009, 21:56

Ein gefahrloser weg gefechtserfahrung zu sammeln, ohne den soldaten zu gefährden.

Um die tötungshemmung herabzusetzen braucht man diese spiele nicht.
Nach dem zweiten weltkrieg waren die experten " geschockt", dass nur etwa 15% der soldaten gezielt um zu töten, geschossen haben. Danach wurden psychologische programme gestartet um die kill ratio anzuheben.
Im koreakrieg schossen bereits 55% um zu töten. Im vietnamkrieg waren es je nach quelle breits 75 bis 95% der soldaten, welche mit der intention zu töten feuerten. (die zahlen für die kriege variieren je nach quelle)

Das war lang vor castle wolfenstein. ;)

Robert Bond
20
15.3.2009, 00:16

stimmt schon. nur hat die Army aufgrund der Daten aus WW2 die Zielscheiben auf den Schießplätzen durch Pappkameraden ersetzt. Man hat die Soldaten also trainiert, auf menschliche Silhouetten zu schießen und das hat gewirkt. Das ist nichts anderes als die Analogvariante der kritisierten Games.

Fried Locust
01
15.3.2009, 15:03

Nope, mit mannscheiben allein, keine chance. Nur mit begleitenden psychologischen maßnahmen zusätzlich, stellt sich der gewünschte "erfolg" ein.

Die games allein machen einen nicht zm killer. Das wiederholte brüllen der ausbilder "shoot to kill" und vieles andere, das den soldaten eingetrichtert wird, zb die entmenschlichigung des gegners, zeigt viel mehr wirkung.

izuma
01
13.3.2009, 13:06

Freu mich in diesem Zusammenhang wirklich schon auf den Deutschland/Österreich-Release von MadWorld. (Wii) Hier schreibt Matt Casamassina im ign-review gleich ganz zu Beginn lakonisch: "Negligent parents and ambulance-chasing lawyers, your next target has arrived and it's a doozy."

Fritz Meyer
116
13.3.2009, 12:45
Folgende Kinderspiele dann auch gleich verbieten:

- Räuber und Gendarm

-> Zieht die Polizei ins Lächerliche und führt zur Identifizierung mit Kriminellen.

- Cowboy und Indianer

-> Diskriminierung von ethischen Minderheiten und Verleumdung der amerikanischen Pioniere als Mörder.

- Himmel und Hölle

-> Verunglimpfung religiöser Symbolik.

- Verstecken

-> Trainiert subversives Verhalten. "Wer nichts zu verbergen hat, der hat auch nichts zu fürchten!"

Es gibt also noch viel zu tun, liebe konservative Politiker! Gemma! Gemma!

Fritz.

FalscherProphet
00
16.3.2009, 09:19
und erst dieses

"Armer Schwarzer Kater" Kindergartenspiel, wo ein Kind ein Anderes am Kopf streichelt.

-> unbewusstes Antrainieren von sexueller Freizügigkeit schon im Kindesalter.
Pfui sag' ich da nur!

Bitte liebe FPÖVP-ler: Tut's was dagegen!!

Großmufti von Diwanabad
15
14.3.2009, 17:47
haha

Sehr richtig.

Im Übrigen ist erwiesen, dass 90% der Raser und Alkolenker früher mal Dreirad oder Tretauto fuhren. Auch hier wäre ein Verbot höchst angebracht. Wer dagegen ist, muss Tote im Straßenverkehr verantworten. Und das kann ja keiner wollen.

Alexander Reiter
13
14.3.2009, 18:27

Von Raserspielen wie Need for Speed, Gran Turismo oder Mario Kart ganz zu schweigen.

kipfal
01
14.3.2009, 20:43

VOR ALLEM mario kart!

[R2D2]
01
15.3.2009, 08:50
Ich hab schon die Pilze sowie grüne und rote Schildkrötenpanzer im Auto wurfbereit liegen!

martinus
 
03
14.3.2009, 15:54

Außerdem: verbietet Brot! über 90% aller Täter haben vor ihrer Tat Brot gegessen.

Camthaleon
12
13.3.2009, 12:24
.....

eigentlich müsste man, wenn Ego-Shooter verboten werden sollen, dann auch gleich das bundesheer verboten werden. Da lernt man nämlich den umgang mit richtigen waffen, bei ego-shootern weiß man die theorie, hat aber noch nie eine Waffe in der hand gehalten. Das wär doch mal eine Überlegung. Verbieten wird das BH, da man dort lernt mit solchen dingen umzugehen und sie somit einen beitrag zu Amokläufen leisten könnten (in diesem fall auf grund des zu geringen alters nicht ausschlaggend, aber genauso ein schwachsinniger denkansatz wie den egoshootern die schuld an amokläufen in die schuhe zu schieben.) nur meine meinung

Poldi Fesch
01
13.3.2009, 13:42
i waas ned ?

ohne das jetzt ueberbewerten zu wollen, die Erinnerung an meine Gefechtdienste sind vor allem "nass" + "kalt". Bzw. waren meine damaligen Gedanken auch eher auf "scheizregen" denn auf "scheizfeind" fokussiert. Wenn du im Kino sitzt und Rambo 25 taucht aus dem Schlamm auf, ist das ja ganz cool. Du, mit Schlammtarnung "echt" bist einfach NASS

Camthaleon
23
13.3.2009, 10:26
Ego-Shooter nicht die Ursache

Ich finde es sehr traurig, was in Deutschland passiert ist. Was mich aber sehr wütend macht, ist die Diskussion über Ego-Shooter! Sie lenkt vom wirklichen Problem des ganzen nämlich! Wir leben in einer Konsumgesellschaft in der matierielle Besitztümer für Status sehr wichtig sein. Um diese zu erreichen, müssen die Eltern sehr viel arbeiten und können/wollen sich nicht mehr um ihre Kinder kümmern. Liebe, Vernachläßigung, Unterstützung sind die Dinge die Kinder haben wollen. Wenn sie das nicht von den Eltern erhalten, suchen sie es sich woanders auch wenn das in einem Chat oder in einem Team bei Ego-Shooter spielen ist. mMn sind die Eltern in jedem Fall zu bestrafen, nicht nur wegen fahrläßiger Tötung durch Waffen-herum-liegen-lassen.

robert rittersmann
21
13.3.2009, 10:35

Teambildung ist bei Ego-Shootern wohl nich das Thema.

cHL
11
13.3.2009, 13:22

sie dürften vom fokusierten counterstrike aber überhaupt keien ahnung haben...

wie die meißten leute hält es sie aber nicht davon ab dieses unwissen auch noch zu verbreiten.

Kabarett Österreich
12
13.3.2009, 11:01
aha...

... und woher haben sie ihre meinung?
spielen sie ego-shooter? wenn ja, welche?
falls nein... psssssstttttttt.... einfach ruhig sein.

ich spiele schon sehr lange ego-shooter. manche im single-player-modus, und manche online mit meinen freunden aus dem clan. denn ja... man kann auch freundschaften aufbauen.
wir treffen uns z.B. 1-2 mal im jahr zu einem clantreffen und haben spaß miteinander.
vom schüler bis zum 45jährigem familienvater ist alles dabei.

agressionen bekomme ich eigentlich nur bei "big brother", solchen amokläufen wie leider eben gerade, oder so manchem posting hier.

aber wissen sie was. das legt sich bei mir nach 10 sekunden wieder. und so bin ich jetzt während dem schreiben meines posting schon wieder ganz ruhig.

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