E-Book-Handel fürchtet Raubkopierer

12. März 2009, 14:41
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Börsenverein will "die Gerichte mit tausenden von Verfahren beschäftigen"

Leipzig - Zur Einführung der elektronischen Bücher hat der deutsche Buchhandel Klageserien gegen Raubkopierer angekündigt. "Wir werden in aller Schärfe gegen den illegalen Download, gegen den Diebstahl im Internet, vorgehen" und "die Gerichte mit tausenden von Verfahren beschäftigen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, am Donnerstag bei der Leipziger Buchmesse: "Die Politik zwingt uns zu diesem Schritt."

In den elektronischen Bücher solle ein Wasserzeichen hinterlegt werden, mit dem immer nachvollzogen werden könne, wer das Dokument nutzt. Um die Internetnutzer, die sich strafbar machen, ausfindig zu machen, solle "der Auskunftsanspruch auf den konkreten Namen des illegalen Down- oder Uploaders" genutzt werden, sagte Skipis. Bevor ein Strafverfahren eingeleitet wird, solle der Nutzer ein oder zwei Verwarnungen per E-Mail erhalten. Wenn er dann immer noch Bücher illegal aus dem Internet herunterlade, bleibe nur die Klage. Effektiv sei auch die Sperre des Internetzugangs für einen bestimmten Zeitraum. Untersuchungen in anderen Ländern hätten ergeben, dass 80 Prozent der Bestraften das Raubkopieren dann bleiben lassen.

"Provider verweigern sich der Zusammenarbeit und die Politik handelt nicht." Sie neige zur Bagatellisierung dieses "organisierten Verbrechens". Die Dimension der Raubkopie von Musik, die im Geschäftsjahr 2004/05 etwa sechs Milliarden Euro Schaden angerichtete habe, solle sich bei den Büchern nicht wiederholen, sagte Skipis weiter. "Wir können momentan noch nicht sagen, wie viel Schaden das anrichtet. Für uns geht es aber schon jetzt in die Millionen. Unsere Branche spürt das."

Zur Legalisierung des Herunterladens von E-Büchern setzt der Buchhandel auf die zentrale Online-Plattform libreka!. Dort gebe es bereits mehr als 30 Millionen Buchseiten. "Wer da nicht dabei ist, hat das Rennen verloren", sagte Skipis. "Möglicherweise steht unsere Branche vor einem Umbruch, so wie Gutenberg es vor über 500 Jahren angerichtet hat." (APA/dpa)

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