Deutscher Buchhandel will "Raub"kopierer von E-Büchern verklagen

12. März 2009, 14:06
2 Postings

Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins will "die Gerichte mit tausenden von Verfahren beschäftigen": "Die Politik zwingt uns zu diesem Schritt."

Zur Einführung der elektronischen Bücher hat der deutsche Buchhandel massenhaft Klagen gegen Raubkopierer angekündigt. "Wir werden in aller Schärfe gegen den illegalen Download, gegen den Diebstahl im Internet, vorgehen" und "die Gerichte mit tausenden von Verfahren beschäftigen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse am Donnerstag. "Die Politik zwingt uns zu diesem Schritt." Sie neige zur Bagatellisierung dieses "organisierten Verbrechens".

"Provider verweigern sich der Zusammenarbeit und die Politik handelt nicht."

Um die Internetnutzer, die sich strafbar machen, ausfindig zu machen, solle "der Auskunftsanspruch auf den konkreten Namen des illegalen Down- oder Uploaders" genutzt werden, sagte Skipis. Bevor ein Strafverfahren eingeleitet wird, solle der Nutzer ein oder zwei Verwarnungen per E-Mail erhalten. Wenn er dann immer noch Bücher illegal aus dem Internet herunterlade, bleibe nur die Klage. "Provider verweigern sich der Zusammenarbeit und die Politik handelt nicht." Effektiv sei auch die Sperre des Internetzugangs für einen bestimmten Zeitraum. Untersuchungen in anderen Ländern hätten ergeben, dass 80 Prozent der Bestraften das Raubkopieren dann bleiben lassen.

Sechs Milliarden Euro Schaden

Die Dimension der Raubkopie von Musik, die im Geschäftsjahr 2004/05 etwa sechs Milliarden Euro Schaden angerichtete habe, solle sich bei den Büchern nicht wiederholen, sagte Skipis weiter. "Wir können momentan noch nicht sagen, wie viel Schaden das anrichtet. Für uns geht es aber schon jetzt in die Millionen. Unsere Branche spürt das." Kleine und mittlere Wissenschaftsverlage würden vom Markt verschwinden. "Wenn ein Verlag stirbt, wird es auch das kulturelle Angebot nicht mehr geben. Das hat eine gesellschaftliche Relevanz, die leider bei der Politik nicht angekommen ist."

Zur Legalisierung des Herunterladens von E-Büchern setzt der Buchhandel auf die zentrale Online-Plattform libreka!. Dort gebe es bereits mehr als 30 Millionen Buchseiten - ein Bücherberg wäre so hoch wie die Zugspitze. "Wer da nicht dabei ist, hat das Rennen verloren", sagte Skipis. "Möglicherweise steht unsere Branche vor einem Umbruch, so wie Gutenberg es vor über 500 Jahren angerichtet hat." In den elektronischen Bücher solle ein Wasserzeichen hinterlegt werden, mit dem immer nachvollzogen werden könne, wer das Dokument nutzt. (APA)

 

Link

libreka

Share if you care.