Preiskrieg: "In Österreich fressen wir uns bei lebendigem Leib"

12. März 2009, 13:57
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"Über-Kannibalisierung" belastet Profitablität und Umsätze der Handy-Firmen

"In Österreich fressen wir uns bei lebendigem Leib", so beschrieb der Chef von T-Mobile-Austria, Robert Chvatal, kürzlich die Situation am österreichischen Mobilfunkmarkt, wo die Penetration mittlerweile rund 128 Prozent beträgt. Von der "Über-Kannibalisierung" profitieren die Kunden, die immer mehr telefonieren. Der Preisverfall drückt aber auf die Profitablität und Umsätze heimischer Mobilfunker.

158 Minuten

Im Jahr 2005 wurde mit einer SIM-Karte 113 Minuten im Monat telefoniert. Bis 2008 sei diese Zahl rasant, und zwar auf 158 Minuten, angestiegen, sagte Orange-Boss Michael Kramer am Donnerstag vor Journalisten. Es seien auch viele SIM-Karten dazugekommen, die nicht für Sprachtelefonie genutzt würden.

Vier Handynetzbetreiber

Im selben Zeitraum sei der durchschnittliche Monatsumsatz pro Kunden (ARPU) von 39 auf 29 Euro gesunken. Die Erlöse pro Minute hätten sich von 34 Cent im Jahr 2005 auf 18 Cent im Vorjahr reduziert. Darin enthalten seien auch die Erlöse für Datendienste. Das Datenvolumen wiederum sei stark gestiegen. Ende 2008 seien 38 Prozent aller Breitbandanschlüsse mobil gewesen. Von 10 Neu-Anschlüssen seien schon 7 mobil.

In Österreich gibt es vier Handynetzbetreiber, der fünfte (tele.ring) wurde von T-Mobile Austria geschluckt. Bis auf Marktführer Mobilkom Austria befinden sich alle in der Hand großer ausländischer Konzerne. Innerhalb der Branche herrscht Konsens darüber, dass vier Anbieter einer zu viel ist. (APA)

 

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