Mehr Durst auf Billigbier

12. März 2009, 12:44
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Kostendruck hält bei Bierherstellern noch an, derzeit keine neuen Preiserhöhungen geplant

Wien - Die Deutschen und Franzosen greifen zunehmend zu billigem Bier. In Deutschland ist der Anteil der Handelsmarken bei Gerstensaft in den vergangenen Jahren laut AC Nielsen auf 23 Prozent geklettert. Österreich könne nicht auf Dauer gegen den Strom schwimmen, meinen Brauereien wie Egger. In den Supermärkten gehe auch hier der Trend hin zu günstigen Flaschen.
Markus Liebl kann von der Flut an bierigen Handelslabels derzeit noch nichts erkennen. Es gebe hier kaum eine Branche, in der billige Labels so schwach vertreten seien wie bei Bier, meint der Chef der Brau Union. Regionalität zähle - die No-Names kämen auf einen Marktanteil von weniger als fünf Prozent. Weit mehr schmerzten ihm da schon die neuen Anti-Raucher-Gesetze. Sie seien ein Schuss ins Knie, seufzt Liebl. Er sieht die Umsätze seines Konzerns von der Gastronomie in den Lebensmittelhandel wandern.
Die Brau Union besetzt mit Marken wie Zipfer, Gösser, Puntigamer und Reininghaus die Hälfte des österreichischen Biermarktes. 2008 stieg der Umsatz im Inland um vier und der Absatz um zwei Prozent. Neue Preiserhöhungen soll es vorerst nicht geben. Die Brau Union will die neuen Sparpakete ihrer Mutter Heineken, die herbe Gewinneinbußen verdauen muss, unterstützen. Der Druck wachse, sagt Liebl, sein Konzern habe jedoch die Kosten in Österreich gut im Griff. Dass der Bierspiegel im Zuge der Finanzmarktkrise sinkt, bezweifelt er. (vk, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 13.3.2009)

 

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