Kennzeichnungspflicht für Salz im Brot "vom Tisch"

12. März 2009, 12:37
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EU-Kommission nahm geplante Regelung auf öffentlichen Druck hin zurück

Brüssel - Die umstrittenen Pläne der EU-Kommission für eine Kennzeichnungspflicht für Salz im Brot ist nun ganz vom Tisch. Brot werde - ähnlich anderen Lebensmitteln - von der Regelung über Nährwertangaben ausgenommen, heißt es in einem Brief von Kommissionspräsident José Manuel Barroso an Europaparlamentarier.

Als "gesund" beworben

Demnach sollen die Nährwertprofile, in denen die Kommission Höchstmengen an Salz, Fett und Zucker bestimmt, nicht angewandt werden auf traditionelles Brot, Früchte, Gemüse, Fleisch, Fisch, Eier und Milch. Sie können weiter als gesund beworben werden, ohne dass zum Beispiel ein Bäcker die einschränkende Angabe "Enthält viel Salz" hinzufügen muss.

Barroso reagiert mit dem Brief auf breite öffentliche Kritik. Insbesondere das deutsche Bäckerhandwerk sowie Abgeordnete des Europaparlamentes und offenbar auch der deutsche Industriekommissar Günter Verheugen hatten sich gegen die Regelung gewandt, die auf eine Verordnung aus dem Jahr 2006 zurückgeht. Deren Einzelheiten standen noch nicht fest, die Kommission will sie nun regeln.

Die Verordnung sah vor, dass Hersteller Lebensmittel nicht mehr als gesund bezeichnen dürfen, wenn zwei Nährwertgrenzwerte überschritten werden - etwa bei salzigem und fettem Käse. Wird nur ein Grenzwert überschritten, sollte dies deutlich angegeben werden. Bereits vor zwei Wochen hatte die Kommission auf den öffentlichen Druck hin den Grenzwert für Salz im Brot erhöhen wollen. (APA/AFP)

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