"Beton ist ein guter Werkstoff", meint GÖD-Chef Fritz Neugebauer im Gespräch mit Hans Rauscher zum Vorwurf, er agiere im Streit um die Schulreform als "Betonierer". Er sei kein prinzipieller Nein-Sager, so der Zweite Nationalratspräsident, denn der Öffentliche Dienst habe in den vergangenen Jahren immer wieder seinen Beitrag zur Budget-Konsolidierung geleistet. Aber "natürlich nur, wenn alle sich beteiligen." Wenn man jetzt nur die Berufsgruppe der Lehrer herausgreife, dann fehle das Verständnis. "Es wird nur dann eine Akzeptanz geben, wenn die Bundesregierung ausreichend erklärt, wie die Situation wirtschaftlich und finanziell ist, und dass alle den Gürtel enger schnallen müssen."
10.000 Lehrer ohne Beschäftigung
"Was die Frau Ministerin jetzt vorgeschlagen hat, hat nichts mit Kürzung zu tun. Der Effekt heißt: 10.000 Lehrer werden nicht beschäftigt." Im Gegensatz zur freien Wirtschaft, wo zur Zeit viel Steuergeld hinein gepumpt werde, um Arbeitsplätze zu erhalten, würden bei den Lehrern die Leute frei gesetzt werden. Faktum sei, dass entgegen der Jobgarantie von Ministerin Schmied durch die geplante Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung je nach Schulstandort und - größe bis zu fünf Lehrer arbeitslos werden: "Da nützt auch eine gegenteilige Behauptung nichts." Hier seien vor allem die jungen Lehrerinnen und Lehrer betroffen, mit denen sich die Gewerkschaft solidarisch erkläre.
Budget-Offenlegung gefordert
Von Bildungsministerin Schmied fordert Neugebauer die Offenlegung der Budgetzahlen noch vor der Budgetrede des Finanzministers. Neugebauer pocht für weitere Gespräche auf die Einbindung der Lehrer. Von Seiten der Gewerkschaft hätte man allerdings auch nicht "Ja" zum Erhöhung der Lehrer-Arbeitszeit gesagt, wenn diese weniger überfallsartig gekommen wäre: "Wir wären aber vielleicht zu anderen Lösungen gekommen."
Kompromissvorschlag nicht zu Ende gedacht
Den Kompromiss-Vorschlag von Schmied, die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung auf zwei Jahre zu begrenzen, hält der GÖD-Boss für "nicht bis zum Ende durchdacht", denn es käme zur Situation, dass man die Kollegen "zwei Jahre hinaus schmeißen und dann wieder nehmen" müsste. Einen Appell richtet Neugebauer an die Ministerin: Vorschläge solle man nicht über die Medien diskutieren: "Ich bin gewohnt, dass man als Wissende an einem Tisch zusammen tritt und Kompromisse erarbeitet." Durch das "Umgehen der Sozialpartnerschaft" sei der wirkliche Schaden jetzt schon eingetreten, "dass die Kolleginnen und Kollegen flächendeckend demotiviert sind".
Absicht oder Unfähigkeit
Man hätte sich diesen Wirbel ersparen können. Neugebauer: "Entweder ist Absicht dahinter oder es ist Unfähigkeit. Vielleicht habe die Ministerin mit dem Finanzminister schlecht verhandelt, aber warum sollten das dann die Lehrer ausbaden?" Wie geht es nun weiter? Neugebauer: "Jetzt verhandeln unsere Lehrergewerkschaften und es wäre strategisch völlig falsch, wenn man über die Medien ausrichten würde, was zu tun ist. Dann würde man ja dasselbe machen wie die Frau Minister."
Der einzige Punkt, bei dem Neugebauer Hans Rauscher zustimmt, ist die unzureichende Ausstattung des Arbeitsplatzes Schule. Hier müsse man die politische Willensbildung weiter treiben, um Verbesserungen zu erreichen, so Neugebauer. (rasch, derStandard.at, 12.3.2009)
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stehen ihm (hallo ... ist da JEMAND ?) in nichts nach...
w o z u
diese truppe auch noch die pragmatisierung vor "sich her" trägt ... ist auch nichts anderes als ein relikt aus der (BEAMTEN-) s t e i n z e i t .
die arbeitslosigkeit wird dramatisch steigen...
und die lehrer sind UNFÄHIG ihren "hintern" zu bewegen und 2 h mehr-arbeit zu leisten.
wie b e e i n d r u c k e n d ( ! )
Die Neue Mittelschule ist eine Totgeburt, wenn schon jetzt - im Versuchsstadium - der Ministerin das Geld ausgeht. Aber die zwei Stunden Arbeitszeiterhöhung sind genial: Endlich kann man den Gymnasien die jungen, engagierten Lehrer wegnehmen, und den Unterricht im Gymnasium in der Öffentlichkeit schlecht reden. Die arbeitslosen Junglehrer (mit Familie und Wohnkredit) werden gerne in einer NMS unterrichten. Allerdings gibt es bezüglich der NMS schon jetzt Sparpläne: In manchen NMS wird pro Hauptgegenstand nur in einer Wochenstunde ein zweiter Lehrer zur Verfügung gestellt.
Zusammengefasst bedeutet das: Neue Mittelschule auf Kosten der Gymnasien. Oder: Bildungsdesaster statt Bildungsoffensive.
In der NMS wird es nur in der Schulversuchsphase für 3 Jahre das 2-Lehrer-System geben, weil es anders nicht finanzierbar ist. Danach ist alles wie gehabt, heißt nur anders - und die AHS ist Geschichte!
Man muss auch das Kleingedruckte lesen, und da steht: "Diese Ressoursen sind nur für die Dauer des Schulversuchs garantiert!"
Allein der erste Satz schon trieft vor Schleim. Herr Präsident, ... ganz vorsichtig, rohes Ei, ja nicht verärgern...
Der Mann mit seiner Macht und seinen Positionen gehört attackiert und alleine aufgrund seiner unsachlichen und unfairen Art zu argumentieren (oder beser zu nichtargumentieren) entzaubert. Nicht geschont!
sie sparen in der krise - gerade dort, wo zukunft gestaltet wird, pumpen das geld in marode firmen und banken, und wenn man details über das bildungsbudget fordert, kriegt man eine antwort, die dem alten ostblock ehre täte..
und wenns doch geld für schule gibt, dann für den aussenverputz statt für die inhalte.
wenn man die fortschritte in der alfabetisierung, motivation und politischen mündigkeit der bevölkerung ansieht, scheint herr chavez besser unterwegs zu sein als diese ganze koalition da miteinander...
was man ja anscheinend verhindern will *pfeif* ...
...und erzaehlen das den exekutivbeamten.
stichwort zusammenlegung polizei/gendarmerie.
da gibt's im profil von letztem montag einen erhellenden leserbrief dazu.
nix da: wenn's von den roten kommt, betoniert der kerl, wenn's von einem schwarzen obertrottel kommt pfeift er auf "seine" beamten.
das sagt ihnen uebrigens ein oevp-waehler. nur damit keine missverstaendnisse aufkommen.
Erstens weiss es Herr Neugebauer besser, zweitens muss er das nicht sagen, weil Vorschläge sollen vom Ministerium kommen, drittens muss er nicht in der Sache argumenieren, wenn er persönlich diffamierend werden kann.
Außerdem hat er als einziger die echte Glaskugel zuhause, die die Folgen sämtlicher Maßnahmen zeigt.
Das ist Interessensbertretung, fragt sich nur wessen Interessen. Die der kurzsichtigen LehrerInnen sicher.
Gerade Sie argumentieren ja damit, dass die zwei freien Monate unbezahlt sind. Korreliert man konsequenterweise das Jahresgehalt mit 10 Monaten Arbeit, ist das Gehalt gar nicht so gering (und steigt zweijährlich zusätzlich zur Indexanpassung, wovon Mitarbeiter in der Privatwirtschaft nur träumen können).
das ist faktisch einfach falsch! sie haben per gesetz die gleiche arbeitszeit wie alle anderen öffentlichen bediensteten. nur teilt sie sich auf 36 schulwochen, statt auf 44,4 arbeitswochen auf und rund ein drittel der arbeit (vorbereitung und verbesserung) können zu daheim erledigen.
keine ahnung woher diese mär mit dem weniger arbeiten kommt. in vielen fällen arbeiten lehrer sogar mehr als die angestellten in der privatwirtschaft. entweder sind die leute in ihrer wahrnehmung sehr eingeschränkt, oder sie können nicht rechnen.
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