Schwerer Stand für Ösis

12. März 2009, 11:17
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Lasnik mit neun Einsätzen in 23 Spielen top - Kaum Einsätze für Baumgartlinger und Langer - Prettenthaler traf bei Meisterschaftsdebüt

Wien - Österreichs Fußball-Legionäre in der zweiten deutschen Liga haben bei ihren Clubs in der laufenden Saison einen schweren Stand. Julian Baumgartlinger (1860 München) und Michael Langer (SC Freiburg) standen noch kein einziges Mal in der Meisterschafts-Startformation und auch Mark Prettenthaler (FC Augsburg/1) sowie Andreas Lasnik (Alemannia Aachen/3) erging es nur marginal besser.

Der 21-jährige Baumgartlinger, der im ÖFB-U21-Team ("Das ist immer eine willkommene Abwechslung") zu den Stützen zählt und zuletzt auch die Kapitänsbinde tragen durfte, ist mit seiner Situation bei 1860 verständlicherweise nicht zufrieden. "Ich wünsche mir natürlich mehr Einsätze, die brauche ich in meinem Alter, um mich weiter entwickeln zu können", sagte der defensive Mittelfeldspieler.

Aufgrund der für ihn mageren Saisonbilanz von sechs Einwechslungen (nur 87 Einsatzminuten) nach 23 Runden denkt der im Winter bei österreichischen Bundesligisten im Gespräch gewesene, gebürtige Salzburger auch an eine Rückkehr nach Österreich. "Wenn sich an der jetzigen Situation nichts ändert, ist das sicher eine Alternative", meinte Baumgartlinger, dessen Kontrakt in München im Sommer ausläuft.

Die Vorzeichen stehen für ihn jedenfalls schlecht, zuletzt stand der Österreicher meistens nicht einmal im Kader, und das obwohl mit Baumgartlingers früherem Amateure-Trainer Uwe Wolf ein neuer Coach Ende Februar die Nachfolge von Marco Kurz angetreten hatte. "Die Mannschaft hat die vergangenen beiden Spiele gewonnen, es gibt jetzt keinen Grund zum Wechseln", ist sich der Mittelfeldspieler bewusst.

Seinen letzten Meisterschaftseinsatz hat Baumgartlinger am 30. November 2008 beim 3:3 gegen Wehen-Wiesbaden (ab der 83. Minute) absolviert. "Die Situation ist schwierig, sicher nicht optimal. Ich kann mir aber nichts vorwerfen, weiß nicht woran es liegt", ist Baumgartlinger auch etwas ratlos. "Einige Spieler sind gesetzt, da ist es schwierig vorbeizukommen", fügte der 1,81 m große Defensivspieler hinzu.

Ähnlich ist die Situation beim Vorarlberger Goalie Michael Langer, der beim Tabellenführer Freiburg im Gegensatz zum vergangenen Frühjahr (13 Saisonspiele) die klare Nummer zwei hinter dem im Sommer geholten 23-jährigen Franzosen Simon Pouplin ist. Nur im DFB-Cup-Achtelfinale - bei der 1:3-Niederlage gegen Mainz - durfte der Ex-Stuttgarter das Tor hüten. "Ich würde natürlich gerne spielen, es ist klar, dass ich selbst nicht ganz zufrieden bin", betonte der Freiburg-Schlussmann, der noch einen gültigen Vertrag bis Ende Juni 2010 besitzt.

Anstatt einen auf beleidigt zu machen, stellt sich der 24-jährige gebürtige Bregenzer allerdings voll und ganz in den Dienst der Mannschaft. "Das Team steht im Vordergrund, dafür mache ich alles. Unser großes Ziel ist der Aufstieg", meinte Langer. Die Chancen auf eine Rückkehr in Deutschlands höchste Spielklasse stehen auch sehr gut, zumal der Sportclub schon sieben Punkte Vorsprung auf die drittplatzierten (=Relegationsplatz) Mainzer aufweist. "Wir arbeiten sehr professionell, denken nur von Spiel zu Spiel", will Langer von einem Titelgewinn noch nichts wissen.

Eine Rückkehr in die Bundesliga, die er mit dem VfB Stuttgart 2006/07 (1 Einsatz) sogar gewonnen hat, schließt er genauso wenig aus, wie einen Tapetenwechsel im Sommer. "Ich muss alles abwägen, schauen was für mich das Beste ist. Momentan gilt aber meine volle Konzentration dem Sportclub", wies Langer hin. Vorerst gelte es an sich zu arbeiten, im Training alles zu geben und wenn die Chance komme, sie zu nützen. Die Freiburger haben alle sechs Partien im Frühjahr gewonnen und könnten sich am Sonntag mit einem Auswärtssieg in Duisburg eines Aufstiegskonkurrenten entledigen.

Genauso wie Langer hat auch Mark Prettenthaler in Diensten von Augsburg bis zum vergangenen Sonntag keine einzige Meisterschaftspartie (nur ein Einsatz in der 1. DFB-Cup-Runde beim 3:1-Sieg nach Elfmeterschießen gegen Paderborn) absolviert. Dann kam für den Ex-Grazer aber die Erlösung, beim 1:1 in Mainz spielte der 25-Jährige durch und traf auch gleich ins Tor. "Ich habe gar nicht gewusst, wie mir geschieht. Mir ist nicht nur ein Stein, sondern ein ganzer Felsen vom Herzen gefallen", sagte Prettenthaler. Der gelernte Abwehrspieler war zum ersten Mal in seiner Profi-Laufbahn als linker Mittelfeldspieler aufgeboten worden. "Ich glaube beides spielen zu können, links hinten ist aber schon besser", so Prettenthaler.

Der im Sommer 2008 von Sturm Graz nach Augsburg gewechselte Abwehrspieler (Vertrag bis Ende Juni 2010) hat in Deutschland eine schwere Zeit hinter sich. Private Probleme, eine Verletzung (6 Wochen Pause nach einem Anriss des Kreuzbandes im linken Knie) sowie schwache Trainingsleistungen im Herbst hatten auch einen negativen Eindruck beim Trainerteam hinterlassen. "Da habe ich mir selbst viel verbaut", gibt er zu. Da er auch zuletzt trotz akuter Personalprobleme teilweise nicht einmal im Kader gestanden war, hatte er schon begonnen zu zweifeln. "In letzter Zeit ist es immer düsterer geworden, da gibt man die Hoffnung fast auf", verriet Prettenthaler.

Nach dem "Lebenszeichen" am Sonntag steht dem Verteidiger nun aber womöglich eine bessere Zukunft bevor. "Ich habe gezeigt, dass ich meinen Mann stehe, man mir Vertrauen kann", gab sich Prettenthaler optimistisch. Die zweite Liga schätzt der Ex-Grazer um einen Tick schneller und athletischer als die österreichische Bundesliga ein.

Auf die meisten Einsatzminuten (313) brachte es bisher Andreas Lasnik, der bei Alemannia Aachen immerhin neunmal (3 Torvorlagen) zum Zug gekommen ist. Am 2. März durfte der 25-jährige Ex-Austrianer, der im November 2008 auch einmal in die kicker-Elf des Tages gewählt worden war, bei der 1:2-Heimniederlage gegen Duisburg zuletzt nach langer Zeit wieder einmal für einige Minuten (ab der 86.) spielen. Der Vertrag des Mittelfeldspielers läuft bis Ende Juni 2010. (APA)

Saison-Bilanz der vier Österreicher in der 2. Liga nach 23 Runden:

Michael Langer (SC Freiburg): 0 Meisterschaftseinsätze/1 Cupeinsatz
Andreas Lasnik (Alemannia Aachen): 9 (6 Einwechslungen/313 Minuten)/2 (2 Auswechslungen)
Julian Baumgartlinger (1860 München): 6 (6 Einwechslungen/87 Minuten)/0
Mark Prettenthaler (FC Augsburg): 1 (1 Tor/90 Minuten)/1

 

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