Das unterschätzte Organ

12. März 2009, 11:08
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Jeder zehnte Österreicher hat in irgendeiner Form geschädigte Nieren - Früherkennung durch regelmäßige Kontrollen

Nierenleiden wird noch immer relativ wenig Aufmerksamkeit geschenkt. 7.500 Menschen in Österreich haben bereits so stark geschädigte Nieren, dass sie regelmäßig eine Dialyse oder in weiterer Folge sogar eine Nierentransplantation benötigen. Das alarmierende: Diese Zahl verdoppelt sich rund alle sieben Jahre, gibt die Tiroler Landeskrankenanstalten GmbH in einer Aussendung bekannt.


Früherkennung durch regelmäßige Kontrollen

Insgesamt leiden in Österreich derzeit 250.000 bis 300.000 Menschen an einer chronischen signifikanten Nierenerkrankung. Eine Früherkennung einer Erkrankung ist bei regelmäßigen Kontrollen durchaus möglich. Diese sind schmerzlos und im Rahmen der normalen Vorsorgeuntersuchung möglich. Eine frühzeitige Erfassung der Erkrankung erlaubt es das Fortschreiten meist zu verhindern oder zumindest zu verzögern.

Kontrolle im Kindesalter

Auch die Zahl der Nierenerkrankungen bei Kindern nimmt bereits seit einigen Jahren deutlich zu. Einer der Hauptgründe dafür ist Übergewicht, aber auch Diabetes kann im weiteren Verlauf die Nieren schädigen. Eine regelmäßige Kontrolle ist deshalb wichtig. Schon einfaches Blutdruckmessen kann Aufschluss über eine mögliche Nierenerkrankung geben. Auch eine Untersuchung des Urins ist schmerzlos und unkompliziert, hilft aber bei der frühzeitigen Entdeckung möglicher Risikofaktoren.

Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen

Jeder zehnte Österreicher hat in irgendeiner Form geschädigte Nieren. Für den Körper bedeutet das eine enorme zusätzliche Belastung. Wenn die Nieren im Rahmen der Erkrankung nicht mehr alle Giftstoffe filtern können, so besteht nicht nur das Risiko einer Harnvergiftung, es steigt dann auch die Wahrscheinlichkeit für Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall drastisch an.

Übergewicht und Bluthochdruck lassen Risiko steigen

Zu den Risikogruppen gehören übergewichte Menschen, Patienten mit Bluthochdruck oder Diabetes, sowie alle Menschen, bei denen in der Familie bereits eine schwere Nierenerkrankung aufgetreten ist. Angehörige von Risikogruppen sollten sich auf jeden Fall regelmäßig untersuchen lassen. Die jährliche Vorsorgeuntersuchung ist ein ausgezeichnetes Instrument zur Früherkennung von Nierenschäden. Bei der Untersuchung des Blutes und des Harns können Anzeichen für eine mögliche Erkrankung der Nieren gefunden werden. Der Welt-Nieren-Tag am 12. März soll vor allem dazu dienen das weltweite Bewusstsein für das "unterschätzte Organ" zu steigern. (red, derStandard.at)

  • Zeichnung des 10-jährigen Alex, bei dem nach sechs Jahren Dialyse erfolgreich eine Nierentransplantation durchgeführt werden konnte
    foto: tiroler landeskrankenanstalten gmbh

    Zeichnung des 10-jährigen Alex, bei dem nach sechs Jahren Dialyse erfolgreich eine Nierentransplantation durchgeführt werden konnte

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