Kampagne mit Nazi-Slogan gestoppt

12. März 2009, 10:19
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Schüler-Union in Nordrhein-Westfalen protestierte unter dem Motto "Jedem das Seine" gegen Gesamtschulen

Eine bildungspolitische Kampagne der Schüler-Union in Nordrhein-Westfalen sorgt für großen Wirbel. Wie Spiegel Online berichtet, hatte die der CDU nahestehende Organisation sich gegen Gemeinschaftsschulen gewandt und für den Erhalt des gegliederten Schulsystems geworben. Und dafür wählten die Jugendlichen das Motto "Nicht jedem das Gleiche, sondern jedem das Seine".

"Unsägliche Unkenntnis der eigenen Geschichte"

Dieser Spruch ist historisch sehr belastet. So stand er über dem Eingang zum Konzentrationslager Buchenwald. Ursprünglich wurde er geprägt vom römischen Staatsmann und Philosophen Cato dem Älteren, später von den Nationalsozialisten missbraucht.

Als der Slogan bekannt wurde, hagelte es Kritik, vor allem von Seiten der Jungsozialisten in der SPD. Es zeuge von einer "unsäglichen Unkenntnis über unsere eigene Geschichte, dass so etwas in einer politischen Jugendorganisation nicht eingeordnet werden kann", deren Landeschef Christoph Dolle.

Entschuldigung von Schüler-Union

Die Landes-CDU ließ nun die Verwendung von "Jedem das Seine" stoppen. "Um jede Form der Missdeutung zu vermeiden, werden wir die Schüler-Union veranlassen, den Text zu ändern", sagte Hendrik Wüst, Generalsekretär der CDU in Nordrhein-Westfalen. Die Schüler-Union entschuldigte sich für den Slogan. 

Ähnliches war auch schon dem Kaffeekonzern Tchibo und der Tankstellenkette Esso passiert. Sie hatten unter dem Motto "Jedem den Seinen" gemeinsam für Kaffee geworben. (red/derStandard.at, 12.3.2009)

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    Der Schüler-Union war offensichtlich nicht bewusst, mit welchem Slogan sie für ihre Anliegen warben. "Jedem das Seine" steht auch über dem Eingang des Konzentrationslagers Buchenwald.

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