Enel startet mit Kapitalaufstockung

12. März 2009, 09:27
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Italienisches Schatzministerium will sich beteiligen - Veräußerungen von 10 Mrd. Euro zur Eindämmung der Verschuldung geplant

Rom - Der Aufsichtsrat des italienischen Energieriesen Enel hat einer Kapitalaufstockung in Höhe von 8 Mrd. Euro Grünes Licht gegeben, die bis Ende 2009 erfolgen soll. Das italienische Schatzministerium will sich an der Kapitalaufstockung beteiligen, hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten Entwicklungsplan der Gruppe für die Jahre bis 2013. Die Kapitalaufstockung soll den Finanzmärkten Garantien zur Eindämmung der Nettoverschuldung von Enel geben, die nach der kompletten Übernahme des spanischen Stromkonzerns Endesa auf 50 Mrd. Euro geklettert ist.

In der Bilanz 2008 verbuchte der Energieriese ein Gewinnwachstum von 35,2 Prozent auf 5,29 Mrd. Euro. Das Wachstum ist vor allem auf die Übernahme von Endesa zurückzuführen. Der Umsatz kletterte um 40 Prozent auf 61,18 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis wuchs um 40,7 Prozent auf 9,54 Mrd. Euro. Enel bestätigte die Ausschüttung einer Dividende von 0,49 Euro pro Aktie für das Jahr 2008. "Die Resultate bestätigen die Solidität unserer Gruppe, die trotz des schwierigen wirtschaftlichen und finanziellen Umfelds weiterhin wächst", kommentierte Enel-Geschäftsführer Fulvio Conti.

Enel plant Veräußerungen in Höhe von 10 Mrd. Euro, um die Konzernverschuldung bis 2010 auf 45 Mrd. Euro und bis 2013 auf 41 Mrd. Euro zu drücken. Ziel ist das Rating der Klasse A zu bewahren, teilte der Konzern mit. Das Unternehmen will bis April die Gasleitungs-Sparte Enel Rete Gas bekanntgeben. Enel hat bereits verbindliche Angebote für den zur Disposition stehenden Anteil von 70 bis 80 Prozent erhalten, teilte der Konzern mit.

Bis Ende 2013 rechnet Enel mit einem Nettogewinn von 5 Mrd. Euro und einen Ebitda von 18 Mrd. Euro. Das italienische Unternehmen hat das Investitionsprogramm für die nächsten fünf Jahre reduziert. Der Beschluss wurde wegen der Krise ergriffen. Insgesamt werden die Investitionen bis 2013 33 Mrd. Euro betragen, was einer Reduzierung von 12 Mrd. Euro gegenüber dem letzten Entwicklungsplan der Gesellschaft entspricht. (APA)

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