"Schießen war sein Hobby"

12. März 2009, 09:09
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Klassenkolleg: Tim K. sei "schwer frustriert" gewesen

 

Winnenden - Für Tim K. waren Pistolen nichts Besonderes. Der Vater des Einzelkindes aus dem unscheinbaren Dorf Leutenbach in der Nähe von Winnenden hat in seinem Arsenal insgesamt sechzehn Schusswaffen. Er ist Sportschütze, hatte seine Waffen ordnungsgemäß im Tresor. Bis auf eine, eine Berretta, 9 Millimeter, die im Elternschlafzimmer liegt.  Als die Polizei nach dem Amoklauf das Haus der Familie durchsuchte, fehlte sie.

Guter Sportler

Was ging in dem jungen Menschen vor? Welche Motive hatte er, in seine ehemalige Schule zurückzukehren und auf ehemalige Schulkameraden zu schießen? Wer war Tim K.? Er war ein nach außen „völlig unauffälliger" Junge, „ruhig", erinnern sich Nachbarn und Freunde. Typ Einzelgänger, der viel vor dem Computer saß. Mit Alkohol, Drogen, sei er nie aufgefallen. Dafür sei er ein guter Sportler gewesen - im Jahr 2004 sogar lokaler Tischtennismeister.

"Schwer frustriert"

Ein Klassenkollege berichtete allerdings, Tim K. sei "schwer frustriert" gewesen, einer der leichter verletzbar war als andere. Und ein schlechter Schüler. Ein anderer ehemaliger Mitschüler sagte, Schießen sei ein Hobby von Tim K. gewesen. Er habe eine Zielscheibe im Keller gehabt, "und er hat eigentlich immer ins Schwarze getroffen". (awö, tom, DER STANDARD Printausgabe 13.3.2009)

 

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