Internationale Kritik an Satelliten-Plänen

13. März 2009, 13:39
17 Postings

Südkorea hofft auf Eingreifen des UNO-Sicherheitsrats - Satellit soll Anfang April starten - USA drohen mit mehr Sanktionen

Seoul/Tokio/Peking/New York/Washington - Der von Nordkorea für Anfang April angekündigte Start eines Satelliten stößt international weiter auf heftige Kritik. Südkorea forderte am Freitag "Beratungen und Gegenmaßnahmen" des UNO-Sicherheitsrats, da Pjöngjang unter dem Deckmantel eines Satellitenprogramms eine Langstreckenrakete testen wolle. Außenminister Yu Myung-hwan sagte, er glaube, dass sich der Sicherheitsrat dieses Themas annehmen werde.

Japan bereitet sich Notfall vor

Die japanische Regierung rief Pjöngjang auf, auf das Projekt zu verzichten. Andernfalls sei Japan bereit, sich zu verteidigen, sagte Kabinettssekretär Takeo Kawamura: "Wir können legal eine (Rakete) aus Sicherheitsgründen abschießen, falls ein Objekt Richtung Japan fällt." Verteidigungsminister Yasukazu Hamada erklärte, Japan bereite sich auf jede Art von Notfall vor. Ministerpräsident Taro Aso sagte, ein Raketenstart würde gegen Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats verstoßen.

China: Alle Parteien sollten "von Aktionen absehen"

Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao forderte Nordkorea vor dem Hintergrund eines angekündigten Raketenstarts zur Zurückhaltung auf. Es sollten aktiv Bemühungen unternommen werden, um die Verhandlungen über ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms und den Friedensprozess voranzubringen, sagte Wen am Freitag auf einer Pressekonferenz zum Abschluss der Jahrestagung des Volkskongresses in Peking. Alle Parteien sollten "von Aktionen absehen, durch die die Spannungen eskalieren könnten".

Nur durch Verhandlungen lasse sich Sicherheit und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel und in Nordostasien insgesamt schaffen, sagte der Ministerpräsident. China hoffe, dass alle Teilnehmer an den seit 2003 laufenden Sechs-Parteien-Gesprächen zum Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms weitere Übereinstimmungen finden könnten. An den Gesprächen nehmen außer Nordkorea, den USA und China auch Südkorea, Japan und Russland teil.

Ban besorgt

Bereits am Donnerstag hatte UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon gesagt, das nordkoreanische Vorhaben gefährde "den Frieden und die Sicherheit in der Region". US-Präsident Barack Obama sprach von "Risiken" durch Pjöngjangs Raketenpläne. Ein Sprecher des US-Außenministeriums, Robert Wood, bezeichnete die Pläne Nordkoreas als provokativ und rief Pjöngjang auf, davon Abstand zu nehmen. Russlands Chefunterhändler für Nordkorea, Alexej Borodawkin, wollte sich dagegen nicht festlegen, ob der Satellitenstart einen Verstoß gegen UNO-Resolutionen darstelle. "Lasst uns abwarten, was die tatsächlichen technischen Parameter dieses Starts sind", sagte er.

Der kommunistische Staat hatte am Donnerstag offiziell den Start einer Rakete zwischen dem 4. und 8. April angekündigt, mit der ein Satellit in den Weltraum transportiert werden solle. In Südkorea und vielen anderen Ländern wird allerdings vermutet, dass dies nur eine Tarnung für den Test einer neuen Langstreckenrakete ist. Eine UNO-Sicherheitsresolution von 2006 verbietet Pjöngjang ballistische Raketentests. (APA/AFP/AP/dpa)

 

Share if you care.