Péter Bacsó 81-jährig gestorben

11. März 2009, 22:08
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Ungarischer Filmregisseur ("Der Zeuge") galt als Meister der Satire

Budapest - Der ungarische Filmregisseur Péter Bacsó ist am Mittwoch im Alter von 81 Jahren in Budapest gestorben, meldete die ungarische Nachrichtenagentur MTI unter Berufung auf den Verband der Ungarischen Filmschaffenden. Bacso galt als Altmeister der gesellschaftspolitischen Filmsatire.

Im Ausland berühmt wurde der 1928 in Kosice Geborene vor allem durch seinen 1969 gedrehten Film "Der Zeuge", in dem er die stalinistischen Schauprozesse der 50er-Jahre aufs Korn nahm. Damit rührte er dermaßen an den geltenden Tabus, dass der Streifen von der kommunistischen Zensur erst zehn Jahre später zur Vorführung zugelassen wurde. In Ungarn wurde "Der Zeuge" in der Folge ein Kultfilm. Die Geschichte erzählt von Fährnissen des Dammwächters Jozsef Pelikan, der wegen der verbotenen Schlachtung eines Schweines eingesperrt wird, um dann zum "Kronzeugen" im Schauprozess gegen einen alten Freund aufgebaut zu werden, der in der Kommunistischen Partei Karriere gemacht hatte und den Säuberungen zum Opfer fiel.

Bacsó drehte insgesamt 32 Spielfilme, darunter die kommunistische Endzeitsatire "Bananenschalen-Walzer" (1986) und "Titanien oder Die Nacht der Doppelgänger" (1988), eine Satire auf das Rumänien unter dem kommunistischen Diktator Nicoale Ceausescu. Bis 1982 leitete er das Budapester Dialogstudio, eine Werkstätte des neuen ungarischen Films. 1972 gewann er den Hauptpreis beim Internationalen Filmfestival in Taormina und einen silbernen Leoparden in Locarno.  (APA/dpa)

 

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