Baxter-Versuchsaffen - Kritik an Übersiedlung

11. März 2009, 21:32
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Vier Pfoten: 18 Schimpansen seien schwer verhaltensgestört und Besucher nicht gewöhnt - Sie würden aufeinander losgehen - Gesundheitsministerium bestätigt die Zoo-Pläne nicht

Gänserndorf/Wien - Um die Zukunft der ehemaligen Versuchsaffen der Pharmafirma Baxter im pleitegegangenen Ex-Safaripark Gänserndorf werde "in diesen Tagen gerungen", sagt Thomas Geiblinger aus dem Gesundheitsministerium. Die grüne Bundesrätin Elisabeth Kerschbaum drückt es drastischer aus: Eine "Teil-Abschiebung" sei geplant.

Tatsächlich sollen laut der Tierschutzgruppe Vier Pfoten die 18 gesunden unter den insgesamt 41 Schimpansen in den Kittenberger Zoo im ungarischen Veszprém übersiedeln: Eine laut Vier-Pfoten-Expertin Johanna Stadler "inakzeptable Lösung. Die Affen sind schwer verhaltensgestört und Besucher nicht gewöhnt. Sie würden aufeinander losgehen."

Geiblinger bestätigt die Zoo-Pläne nicht. Doch eine Entscheidung über die Tiere, die bei Baxter jahrelang für die HIV- und Hepatitis-Impfstoffforschung gehalten wurden, bevor sie in den Safaripark übersiedeln konnten, dürfte knapp bevorstehen. Am Mittwoch war ein Ministeriumsbeamter in Gänserndorf unterwegs. Er konferierte mit der Bürgermeisterin und dem Masseverwalter, in dessen Besitz die Tiere seit der Zahlungsunfähigkeit der früheren Parkbetreiber sind.

Auch von Versuchen, Baxter finanziell erneut mit an Bord zu holen, ist die Rede. Findet sich keine Lösung, dürften Land und Bund auf sämtlichen Kosten sitzenbleiben. (Irene Brickner, DER STANDARD Printausgabe 12.3.2009)

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